Tierschützer fordern erneut Wildtierverbot

Unfall im Circus Krone: Elefantenkuh stürzt auf Zuschauer

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Schwergewicht: Ein Elefant wie dieser stürzte bei einer Krone-Aufführung in Osnabrück ins Publikum.

Bei der Premierenvorstellung des Circus Krone in Osnabrück ist Mala, eine dreieinhalb Tonnen schwere asiatische Elefantenkuh, in den Logenbereich auf einen Zuschauer gestürzt. Der Mann hatte Glück, wurde nur leicht verletzt.

Der betroffene Mann erlitt – neben einem gewaltigen Schrecken – nur eine leichte Schürfwunde am Bein. Frank Keller, Tierschutzbeauftragter des Circus Krone, berichtet, dass der betroffene Mann kurz von Sanitätern behandelt worden sei, danach habe er die Show weiterverfolgt. So wie auch alle anderen Zuschauer, die nach dem Vorfall erst einmal evakuiert worden waren – auch weil kurzzeitig Panik ausgebrochen war.

„Burma“ hatte angefangen zu schubsen  

Nach Auskunft von Krone hatte Burma, eine der jüngeren Elefantenkühe, angefangen zu schubsen. Nach Einschätzung von Jana Lacey-Krone, Chefin des Circus, war der Hintergrund der Szene womöglich die Tatsache, dass vor rund einem halben Jahr die Elefantenkuh Delhi gestoben ist – „jetzt muss sich die Gruppe neu sortieren.“ Und dazu gehören Kämpfe um die Rangfolge. „Eigentlich sind Schubsereien in der Manege tabu“, so Jana Lacey-Krone, „Das wissen die Elefanten auch.“ Die Kuh, die gestürzt ist, wiegt laut Auskunft von Lacey-Krone rund 3,5 Tonnen. Die Chefin sagt: „Wir hatten riesiges Glück.“ Denn: Mala ist zwar in den Zuschauerbereich gestürzt, beziehungsweise an dessen Rand. Die Logen haben sich beim Sturz allerdings wohl ein Stück verschoben, so dass der Elefant nicht auf einem Zuschauer zu liegen kam.

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„Was da passiert ist, tut uns wahnsinnig leid“, sagt Lacey-Krone. „Natürlich sind wir uns unserer Verantwortung bewusst.“ Neben dem Zuschauer wurde auch eine Artistin leicht verletzt, die auf den Elefanten saß. Erst vor vier Wochen hatte ein Krone-Elefant für Schlagzeilen gesorgt: Damals war der Elefant Kenia in Neuwied (Rheinland-Pfalz) ausgebüxt und allein durch die Stadt spaziert.

Für den Deutschen Tierschutzbund zeigt der Vorfall, dass Wildtiere im Zirkus nichts verloren hätten. Neben den Tierschutzaspekten spiele die Sicherheit der Zuschauer eine Rolle. .„Dass solche Vorfälle für Mensch und Tier drastisch ausgehen können, ist seit langem bekannt,“ sagt James Brückner, Leiter des Artenschutzreferats beim Deutschen Tierschutzbund. „Die Politik hat neben dem Tierschutzaspekt bisher die mögliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit nicht ausreichend berücksichtigt. Das muss sich dringend ändern!“

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