Sohn als Lockvogel missbraucht

Unfall erfunden: Vorsicht vor fieser Betrugsmasche

München - Mit einer dreisten Betrugsmasche ist es Unbekannten gelungen, einem 85-jährigen Münchner 4.900 Euro abzunehmen. Als Lockvogel missbrauchtdn sie den Sohn des Opfers.

Einer dreisten Betrugsmasche ist ein 85-jähriger Münchner am vergangenen Donnerstag auf den Leim gegangen. Wie die Münchner Polizei berichtet, wurde der Mann am Nachmittag von einem Unbekannten angerufen, der sich als Rechtsanwalt Anatoli Gutmann ausgab. Er schilderte ihm in russischer Sprache, dass sein Sohn einen Unfall verursacht habe, wobei ein 11-jähriges, britisches, Mädchen schwer verletzt wurde. Der Sohn würde neben ihm im Krankenhaus sitzen, könne aber wegen einer Verletzung am Mund nicht sprechen, so der vermeintliche Rechtsanwalt weiter. 

Die Kosten der Operation für das Mädchen würden sich auf 52.000 Euro belaufen. Allerdings würden als Anzahlung zunächst 4.900 Euro genügen und die Eltern des Mädchens würden von einer Strafanzeige absehen. Die Schwiegertochter habe bereits weitere 1.700 Euro angezahlt. Nachdem der Rechtsanwalt die persönlichen Daten des Sohnes wissen wollte, begann er, eine Quittung zu diktieren. Anschließend beendete der Rechtsanwalt das Telefonat mit dem Hinweis, dass in etwa einer Stunde ein gewisser Artur Logan, der Bruder des Mädchens, bei dem Rentner erscheinen und das Geld entgegennehmen wird.

Tatsächlich holte etwa eine Stunde später ein Mann das Bargeld an der Wohnung des 85-Jährigen ab und unterschrieb die Quittung, so die Polizei. Danach verließ der Unbekannte die Wohnung.

Der 85-jährige telefonierte wenig später mit seiner Schwiegertochter, wodurch der Schwindel aufflog.

Bei dem übergebenen Geld handelt es sich nach Angaben der Polizei um das angesparte Urlaubsgeld des Sohnes des Rentners. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um dieselben Täter handelt, die in dieser Woche bereits in München und Ingolstadt Geld ergaunern konnten.

Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 65, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

vh

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn-Chaos: Auch am Dienstag lief es nicht rund
S-Bahn-Chaos: Auch am Dienstag lief es nicht rund
Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich
Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich

Kommentare