Zeugen belasten Münchner schwer

Unfall am Gardasee: Ein Opfer hätte wohl gerettet werden können - weitere Details aus Drama-Nacht bekannt

Neue Erkenntnisse im Fall der getöteten Italiener am Gardasee legen nahe, dass die 25-jährige Greta nach Unfall möglicherweise noch am Leben war.

München/Gardasee - Bei einem schrecklichen Unfall sind vor rund einer Woche am Gardasee zwei Italiener ums Leben gekommen. Ihr Segelboot wurde von einem Motorboot gerammt. Dabei wurde der 37-jährige Umberto Garzarella sofort getötet. Neuste Erkenntnisse aus dem Obduktionsbericht legen jetzt allerdings nahe, dass die 25-jährige Greta Nedrotti möglicherweise hätte gerettet werden können.

Augenzeugen sagen aus, dass die Münchner an dem Abend betrunken waren

Gegen 23.30 Uhr soll das Motorboot, dass sich die beiden Münchner* gemietet hatten, mit dem Boot der Italiener, rund 100 Meter vom Hafen von Portese entfernt, zusammengestoßen sein. So rekonstruierte die Polizei die Vorfälle in dieser Nacht. Die Münchner gaben laut Bild an, dass sie gedacht hätten, über ein Stück Treibholz gefahren zu sein. Sie hätten kurz ihr Tempo verlangsamt und nach hinten geschaut, aber nichts gesehen. Neuste Medienbericht legen allerdings nahe, dass das Boot des Paares beleuchtet war.

Die italienischen Ermittler haben beide Schiffe für ihre Untersuchungen förmlich auseinander genommen. Auch die iPhones und andere Habseligkeiten der beiden Münchner wurden vor ihrer Reise zurück nach Deutschland beschlagnahmt. Wichtige Indizien könnten auch Zeugenaussagen liefern. Einige Menschen hätten ausgesagt, die beiden in Salò gesehen zu haben. Dort hätten sie sich das Spiel Deutschland gegen Portugal angesehen und dabei Bier getrunken. Andere Augenzeugen hätten laut Bild ausgesagt, dass beide so stark alkoholisiert waren, dass einer von ihnen beim Anlegen im Hafen in den Gardasee gefallen wäre. Einer der beiden hatte im Anschluss einen Alkoholtest verweigert*. Sein Freund wurde negativ getestet.

Obduktion der Unfallopfer bringt neue Details ans Tageslicht

Inzwischen wurden die Leichen von Garzarella und Nedrotti obduziert. Dabei soll nach ersten Erkenntnissen herausgekommen sein, dass die 25-Jährige noch einige Minuten nach dem Unfall am Leben gewesen sein könnte. Zumindest berichtet dies die italienische Zeitung Giornale di Brescia. Allerdings müsse man noch die endgültigen Obduktionsergebnisse abwarten, um finale Schlüsse ziehen zu können.

Ein angekündigtes Entschuldigungsschreiben der Deutschen wollen die Familien der Opfer wohl nicht annehmen. Laut deren Anwalt sollen sie diese aber abgelehnt haben. Die Eltern von Greta appellierten derweil an mögliche Zeugen des Unfalls. „Wir bitten jeden, der etwas über Greta und Umberto am Abend des 19. Juni gehört oder gesehen hat oder mitbekommen hat, was in dieser Nacht in der Bucht von Salò passiert ist, dies dem zuständigen Kommandanten der Carabinieri oder der zuständigen Staatsanwältin mitzuteilen.“ (tel) *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Gabriele Strada/AP/dpa

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