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Monti Lüftners tragischer Tod: Schlussstrich vor Gericht

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Im Prozess um den Unfalltod von Monti Lüftner widersprechen sich die Gutachter.

München - Im Prozess um den Unfalltod des Musikmanagers Monti Lüftner haben sich zwei Sachverständige am Donnerstag vor dem Münchner Amtsgericht widersprochen.

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Der Tod von Monti Lüftner war grausam: Der schillernde Musik-Manager starb am 7. Mai 2009 im Alter von 77 Jahren auf einem Wertstoffhof in Garching unter den Reifen eines Lasters. Wegen fahrlässiger Tötung musste sich am Donnerstag der Fahrer, Miklos K. (57), vor dem Amtsgericht verantworten. Der Prozess artete in einen Gutachter-Streit aus.

Monti Lüftner hatte an jenem schönen Maitag seinen Mitarbeiter Stefan F. (34) auf den Wertstoffhof begleitet. Wegen der vielen rangierenden Lastwagen ist dies ein äußerst gefährlicher Platz, auf dem es schon öfter Unfälle gegeben hatte. Lüftner schlenderte gedankenverloren und telefonierend herum.

Monti Lüftner ist tot - Sein Leben in Bildern

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Gegen 16.15 Uhr passierte es: Miklos K., der zuvor einen Container mit Abfällen abgekippt hatte, rückte in der Fahrzeugschlange vor in Richtung Waage, mit deren Hilfe das Gewicht des abgeladenen Abfalls bestimmt werden sollte. Monti Lüftner muss sich in diesem Moment unmittelbar vor dem Lkw befunden haben. Er stürzte, wurde vom rechten Vorderrad des Lasters überrollt. Ein Notarzt konnte nicht mehr helfen. Der Brustkorb des Opfers war zerquetscht!

Wegen fahrlässiger Tötung erhielt der Unglücksfahrer einen Strafbefehl über 90 Tagessätze zu 30 Euro. „Bei vorausschauender Verkehrsbeobachtung“ , so Staatsanwältin Annerose Werlitz wäre der Unfall vermeidbar gewesen. Er hätte Lüftner mindestens eine Sekunde lang sehen müssen.

Gegen den Strafbefehl, der auf dem Gutachten des Unfall-Experten Josef Strouhal beruht, erhob Rechtsanwalt Manfred Plautz Einspruch. Das Gutachten, so Plautz, weise Fehler auf. Richter Christian Lebert bestellte darauf einen weiteren Gutachter.

Zwischen Strouhal und dessen Kollegen Jürgen Kardelke entbrannte am Donnerstag ein regelrechter Experten-Streit. Strouhal blieb dabei: Der Lkw-Fahrer muss Lüftner mindestens eine Sekunde, wahrscheinlich aber 2,7 Sekunden gesehen haben. Kardelke hielt dagegen: Es gebe Konstellationen, bei denen der Unglücks-Fahrer nichts habe sehen können.

Richter Lebert regte die Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage von 600 Euro zu Gunsten einer Behinderten-Einrichtung an. Miklos K., der persönlich nicht erscheinen musste, akzeptiert dies Anwalt Plautz: „Das Unglück hat ihn derart mitgenommen, dass er seither arbeitsunfähig ist.“ Jetzt ist zumindest vor Gericht ein Schlussstrich gezogen unter dieser tragischen Geschichte.

Eberhard Unfried

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