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Brutale Attacke an der Universität: 26-Jähriger schlug Fußgänger den Wagenheber ins Gesicht - War es Rache?

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Von: Andreas Thieme

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Sylwester R. (26) legte vor dem Landgericht ein Geständnis ab
Sylwester R. (26) legte vor dem Landgericht ein Geständnis ab © SIGI JANTZ

Schlimmer Vorfall nahe der Ludwig Maximilians Universität (LMU): Ein 26-Jähriger schlug einem Fußgänger einen Wagenheber aus Metall ins Gesicht. Jetzt steht er vor Gericht - und erzählt von einer dubiosen Rache-Aktion.

München - Dass ein Angeklagter während seines Strafprozesses steht, ist eher selten. Doch Sylwester R. (26) nimmt es ganz genau: Er hat sich extra in Schale geworfen und trat im Anzug vor das Landgericht. Auf die Anklagebank setzte sich der Arbeitslose dagegen kein einziges Mal. Er wirkte mit diesem Verhalten durchaus seriös - und vor dem Landgericht hat man schon ganz andere Kaliber gesehen.

Geht es aber um die Tat des 26-Jährigen, ist dieser Eindruck schnell dahin. Denn laut Anklage der Staatsanwaltschaft München I soll Sylwester R. ein recht rauer Bursche sein. Die Ermittler werfen ihm vor, einen Kontrahenten auf besonders brutale Weise verletzt zu haben. Der Vorfall datiert vom 9. Oktober 2021. Tatort: die Ludwigstraße 19, nahe der Ludwig Maximilians Universität. Dort soll Sylwester R. mit Freunden im Auto vorbeigefahren sein, als er einen Bekannten auf dem Gehweg sah, der gerade einen Spaziergang machte. Dann ging alles ganz schnell.

München: 26-Jähriger schlägt Fußgänger an der Uni mit Wagenheber nieder

Laut Anklage stifteten die Freunde Sylwester R. zu einer ziemlichen brutalen Aktion an. Er soll aus dem Auto ausgestiegen sein einen Wagenheber aus dem Kofferraum genommen haben. Mit diesem ging er laut Anklage auf den späteren Geschädigten zu und schlug ihm unvermittelt von der Seite ins Gesicht. Der Bekannte ging zu Boden und erlitt mehrere Brüche im Gesicht. Er musste anschließend mehrere Tage lang im Krankenhaus behandelt werden. Ermittlungen zufolge könnte es sich bei der brutalen Attacke auch um eine Racheaktion gehandelt haben.

Rohe Gewalt an der Uni! Laut Anklage schnitt Sylwester R. dem Opfer auch noch mit einem Messer ins Gesicht und verletzte ihn an Mund und Lippe. Anschließend soll R. dessen Tasche im Wert von 700 Euro geraubt haben und auch Bargeld im Wert von 120 Euro. „Mit dem war ich dann in einer Disco feiern“, sagt der Angeklagte. Den Schlag gibt er zu, er sei allerdings vorher noch von dem Opfer beleidigt worden sein. Die Schnittverletzungen hingegen will er nicht verantwortlich sein.

Zeugen, die den Vorfall beobachtet hatten, kamen gestern allerdings nicht vollzählig zum Gericht - so wird der Fall eventuell schwierig aufzuklären sein. Sylwester R. drohen nun aber fünf Jahre Knast wegen besonders schwerem Raub. Entscheidend in der rechtlichen Beurteilung wird sein, ob er nur mit dem Wagenheber geschlagen hat oder dies auch tat, um die Tasche zu rauben. Das Urteil fällt am 13. September.   

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