Uni-Mensa: Studentin findet Maden im Essen

Da hat man doch schon gegessen: Im aufgeschnittenen Brokkoliröschen fand die Mensa-Besucherin eine tote Madenfamilie

München - Eine Münchner Studentin fühlte sich wie im Dschungelcamp: Sie bekam in der Uni-Mensa eine Schale Brokkoli mit Maden-Einlage serviert. Der Vize-Hygienebeauftragte ging der Herkunft auf den Grund.

Kantinenwitze machen auch die Studenten der Technischen Uni (TU) in der Arcisstraße: Wenn am Freitag in der Mensa Kartoffeln auf den Tisch kommen, gibt’s am Montag Kartoffelsuppe…

Eine Studentin kann darüber seit Mittwoch nicht mehr lachen. Sie bekam ungefragt eine Fleischbeilage zum Brokkoli – Maden! Der Betreiber, das Studentenwerk, beschönigt nichts: „Das ist total ekelerregend. Ein Horror!“, sagte Vize-Hygienebeauftragter Markus Seifener. Dschungelprüfung in der Mensa!

Die Mensa der TU in der Arcisstraße

Die Drittsemester der Elektrotechnik verabredeten sich am Mittwoch zum Mittagessen. Der Student (Name der tz bekannt) greift zu Champignons in Kräuterrahm, dazu Nudeln und Wurzelgemüse. Seine Kommilitonin nimmt die gleiche Hauptspeise – und ein Schälchen Brokkoli. Die Portion isst sie fast auf. Nur das vorletzte Stück schmeckt irgendwie komisch, sagt sie ihrem Kommilitonen. Und der letzte Bissen scheint irgendwie braun zu sein. Sie schneidet rein – und erlebt einen Schock. Mehrere tote Maden stecken in dem Gemüse! Die Studentin bringt die Schale zurück an die Kasse, aber die Angestellte sagt nur: „Nehmen sie sich halt einen anderen Brokkoli.“ Da ist die Studentin schon ziemlich satt.

Hygienebeauftragter Markus Seifener erfährt erst am nächsten Morgen davon – nicht, weil die Mensa in der Arcisstraße ihn alarmiert, sondern weil sich die Studenten melden!

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Seifener wirft sofort die Maschinerie an: „Ich bin seit sechs Jahren Hygienebeauftragter, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Er stellt den Küchenchef zur Rede, der weiß von nichts. Die Angestellte hatte ihn nicht alarmiert. Dabei sähen die internen Regeln vor, dass bei einer so schweren Reklamation sofort ein Verantwortlicher an den Tresen muss – unter anderem, um die Ausgabe zu stoppen. Am Mittwoch seien dagegen alle 200 Portionen an die Studenten verteilt worden. Kein weiterer Kunde habe sich beschwert.

Seifener kann die Herkunft aufklären: Das Gemüse sei tiefgekühlt am 6. Dezember von einem zuverlässigen Hersteller geliefert worden. Am Mittwoch seien drei Kartons à zehn Kilo verarbeitet worden. Bereits da müssen die Maden im Gemüse gewesen sein. Es sei auch möglich, dass wirklich nur ein Brokkoli-Röschen betroffen war. Das Studentenwerk prüfe, ob es den Mitarbeitern hätte auffallen müssen. Jedenfalls seien die Maden abgekocht und darum zumindest ungefährlich gewesen.

Die Studentin bekommt eine Entschuldigung der Geschäftsführung und eine Entschädigung. Sie und ihre Kommilitonen wollen trotzdem so schnell nicht wieder in der Mensa speisen.

David Costanzo

23.000 Speisen pro Tag

Die Mensen der Münchner Unis sind ein riesiger Betrieb: Das Studentenwerk serviert in 32 Mensen, Cafeterien und Espressobars bis zu 23 000 Mahlzeiten am Tag. Der Betreiber ist für die ganze Region zuständig: München, Garching, Freising, Rosenheim und Benediktbeuern. Einer der Renner ist die Currywurst, die man wie den ­Leberkäse bei regionalen Metzgern einkauft. Auch die Kartoffeln stammen aus Bayern. Hauptgerichte kosten von 1 bis 4,50 Euro fürs Bio-Essen. Stolz verweist das Studentenwerk auf die Auszeichnung mit der Silber-Urkunde des Deutschen Instituts für Gemeinschaftsverpflegung.

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