Unicef-Gericht: Essen für den guten Zweck

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Friedrich Steinberg und Schwester Silja Schrank, die Junior-Wirte vom Hofbräukeller, haben ein tägliches Unicef-Gericht.

Essen für den guten Zweck – das geht nicht nur auf teuren Wohltätigkeitsabenden! Das geht ab sofort jeden Tag – und bei jedem Geldbeutel.

Denn: Ab heute steht in sechs bekannten Münchner Gaststätten ein wechselndes Unicef-Gericht auf der Speisekarte. Der Clou: Von jeder verkauften Portion des Unicef-Gerichts spenden die Wirte 25 Prozent des Preises an die tz-Weihnachtsaktion. Das Geld kommt den bedürftigen Buben und Mädchen in Äthiopien zugute.

Das kommt Ihnen bekannt vor, liebe Leser? Richtig, bereits bei der tz-Weihnachtsaktion 2007 gab es so ein Unicef-Gericht – und zwar im Hofbräukeller. Gemeinsam mit der Wirtefamilie Steinberg haben wir unsere tz-Spenden-Idee „ausprobiert“. Mit Erfolg! 600 Euro kamen in nur zwei Wochen zusammen. „Das war eine gelungene Aktion! Für uns war sofort klar, dass wir dieses Jahr wieder mitmachen“, sagt Wirt Friedrich Steinberg.

Damit dieses Jahr noch mehr Geld zusammenkommt, hat die tz fünf weitere Wirte mit ins Boot geholt: Christian Schottenhamel (Löwenbräukeller), Wiggerl Hagn (Unionsbräu), Sepp Krätz (Andechser am Dom), Wolfgang Sperger (Hofbräuhaus), Winny D’Orta (Dal Cavaliere). In diesen sechs Gaststätten gibt es täglich bis Weihnachten ein Unicef-Gericht. Und auf der Unicef-Seite der tz können Sie jeden Tag nachlesen, was gerade auf der Karte steht.

Und diese Unicef-Gerichte gibt’s am Dienstag:

Hofbräukeller

Innere Wiener Str. 19

Schweinebraten „Wilderer Art“ für 9,50 Euro

Löwenbräukeller

Nymphenburger Str. 2

Ofenfrischer Schweinebraten mit Krusterl, Kümmeljus, Semmelknödel und Speckkrautsalat für 10,50 Euro

Andechser am Dom

Weinstraße 7 a

Doro Wat: Hühnchen äthiopischer Art mit afrikanischem Fladenbrot für 10,50 Euro

Dal Cavaliere

Weißenbruger Str. 3

Pasta Faella al Arrabiata für 9,50 Euro

(mit Piennolo-Tomaten aus Vesuv, frischem Knoblauch und „Nduja“, einer scharfen Pastete aus Calabrien).

(Hofbräuhaus und Unionsbräu starten am Mittwoch.)

Die tz und Unicef bedanken sich bei allen teilnehmenden Wirten und Gästen und wünschen Guten Appetit!

Tsedale (17) mit ihren Zwillingen Surafel und Kurubel: Unicef hilft der Teenager-Mama und ihren Kindern.

Die Zwillinge sind ihr einziges Glück

Die Buben sollen es einmal besser haben als ihre junge Mama

So schüchtern wie Tsedale (17) in ihrem Zimmerchen sitzt, gleicht sie selbst noch einem Kind. Verlegen zupft das Mädchen an ihrem T-Shirt, traut sich kaum den Blick zu heben, zappelt still. Ihre ein Jahr alten Zwillinge Surafel und Kurubel sind nicht so scheu wie die junge Mama. Sie krabbeln auf der Bettdecke herum, ziehen sich an den Jäckchen, quietschen vergnügt.

Tsedale hat Liebe im Blick, wenn sie ihre Babys beobachtet. An der Wand hängt ein gerahmtes Foto ihrer Söhne, aufgenommen an ihrem ersten Geburtstag. Es ist das einzige Foto, das Tsedale von ihren Kindern besitzt. Sie hütet es wie einen Schatz.

Die Buben sind das größte – und bisher einzige – Glück in Tsedales Leben. Sie ist Halbwaise. Ihre Mutter ist gestorben, als sie zwei Jahre alt war. Ihr Vater hat bald eine neue Frau gefunden und wollte von seiner Tochter nichts mehr wissen.

„Er hat mich verstoßen, einfach vor die Tür gesetzt“, bricht es aus Tsedale heraus. Ein Onkel hat sie damals aufgenommen, aber nur für ein paar Jahre. Als Tsedale in die dritte Klasse kam, hat der Onkel entschieden: Jetzt ist sie alt genug. Sie soll sich selbst versorgen. Wieder muss Tsedale gehen.

„Ich habe ein paar Monate auf der Straße gelebt“, erzählt sie. Halb verhungert hat sie eines Tages ein Mann mitgenommen. Sie sollte als Hausmädchen in seiner Familie arbeiten. Zehn Jahre alt war sie damals. „Ich habe gekocht und gewaschen und auf die kleinen Kinder aufgepasst.“ Ihr Lohn: ein Dach über dem Kopf und Essen.

Mit den Jahren wurde aus dem Kind Tsedale unübersehbar eine junge Frau. Und der Hausherr entwickelte plötzlich ganz andere Interessen an ihr. „Ich wollte nicht, aber was hätte ich tun sollen? Er hätte mich sonst vor die Tür gesetzt und ein neues Mädchen eingestellt.“

Ein Jahr später landet Tsedale trotzdem vor der Tür – schwanger. Wieder wird sie verstoßen, wieder weiß sie nicht wohin. Irgendwie schafft sie es bis zur Geburt ihrer Zwillinge. Als Surafel und Kurubel auf der Welt sind, ist Tsedale mit ihrer Kraft am Ende.

Ein paar Tage nach der Entbindung hat Unicef die Mutter und die Säuglinge gefunden – in einem erbärmlichen Zustand: Halb besinnungslos lag Tsedale am Straßenrand, an jeder Brust ein Baby, das vergeblich nach Milch saugte. Unicef hat der Teenager-Mama und ihren Kindern ein kleines Zimmer besorgt. Tagsüber gehen die Zwillinge in eine Kinderkrippe, Tsedale arbeitet als Köchin in einem Haushalt.

Sie ist sehr stolz, dass sie ihre Kinder nun selbst versorgen kann. Sie tut alles für die Kleinen. Alles, damit es Surafel und Kurubel einmal besser haben als Tsedale selbst.

Simone Herzner

Quelle: tz

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