Am Wochenende geht es los

Große tz-Spendenaktion: "Bei uns daheim ist Krieg"

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Die Not in den Flüchtlingslagern vor Ort treibt viele syrische Kinder auf den gefährlichen Weg nach Europa.

München - In Syrien liegt für eine ganze Generation die Welt in Trümmern. Besonders hat trifft es die Kinder, für die die tz nun zusammen mit UNICEF eine Spendenaktion startet.

Wie dramatisch die Lage gerade für die syrischen Kinder ist, zeigt der gestern veröffentlichte Lagebericht der UN-Kinderschutzorganisation Unicef. Weil die Lage vor Ort so prekär ist, machen sich immer mehr Kinder und Jugendliche auf den Weg nach Europa. Die tz erklärt, wie es ihnen dabei ergeht.

Wenn Sie die Kinder in ihrer Heimat unterstützen wollen, können Sie das bei unserer Spendenaktion tun.

„6,5 Millionen Syrer sind Vertriebene im eigenen Land – die Hälfte davon sind Kinder“, weiß Christian Schneider, der Chef von Unicef Deutschland. Gleichzeitig haben vier Millionen Syrer Zuflucht in den Nachbarländern gesucht. Doch der Unterhalt und Betrieb der Camps kostet die Vereinten Nationen Millionensummen. Geld, das derzeit nicht da ist. Und so wird die Lage vor Ort immer brenzliger. Robert Odong von Unicef im Nord-Irak schlägt Alarm: „Wir stehen unmittelbar vor einem Cholera-Ausbruch!“ Der Grund: Weil kein Geld zur Reparatur von Abwasserleitungen da ist, läuft die bakterienverseuchte Brühe zwischen den Zelten ab. Im Winter könnten die Zelte dann komplett von der Kloake überflutet werden. „Diese Situation hat das Potenzial für eine kaum zu stoppende Epedemie“, warnt Odong.

Diese vier Cousins haben die Flucht nach Deutschland alleine geschafft: Anas (7), Abdel Hamid (9), Mohamed (9) und Mahmoud (8) besuchen jetzt zum ersten Mal im Leben eine Schule

Die untragbaren hygienischen Zustände, gepaart mit Hunger und Perspektivlosigkeit, treibt viele Menschen auf die Flucht. Viele Kinder machen sich dabei alleine auf den Weg – notgedrungen, weil die Familien nur für ein Kind die Schleuserkosten zahlen können. So erging es auch den Cousins und Freunden Anas (7), Abdel Hamid (9), Mohamme (9) und Mahmoud (8) aus der Nähe von Aleppo. Sie waren mit ihren Familien in die Türkei geflohen – doch das Geld wurde immer knapper, und die vier Familien entschlossen sich, je ein Kind in Richtung Deutschland zu schicken. „Ich hatte solche Angst“, erzählt Mohamed. Mittlerweile ist das Quartett hier angekommen – doch besonders die Überfahrt nach Griechenland im Schlauchboot war eine traumatische Erfahrung. „Das Boot war kaputt. Wir mussten alle aussteigen, ins Meer, und dann wieder reinklettern. Ich habe mich gefragt: Was wird passieren, falls wir jetzt sterben“, erinnert sich der Neunjährige. Jetzt leben die vier bei einer entfernten Verwandten in Deutschland – und können zum ersten Mal im Leben zur Schule gehen. Trotzdem vermissen sie ihre Familien und ihre Heimat. Abdel Hamids großer Traum: „Sobald der Krieg endet, würde ich gerne heimkehren. Jeder darf dann wieder in seinem Dorf wohnen und dort in Frieden leben.“

Ab Samstag startet in der tz die große Spendenaktion „Bei uns daheim ist Krieg“ für Flüchtlingskinder in Syrien und im Libanon.

Spenden können Sie schon jetzt

 Commerzbank

IBAN: DE78 7008 0000

0326 9000 00

BIC: DRESDEFF700

 Stadtsparkasse München

IBAN: DE70 7015 0000

0000 2635 25

BIC: SSKMDEMM

M. Kniepkamp

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