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Flüchtlingscamps: Kaum Abwasser- und Müllentsorgung

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Ralia weiß nicht, wie sie ihren Jasser (1) nachts vor den Ratten schützen soll. Sie kommen durch jede Ritze in die Zelte (o.l.) Fotos: Ramzi Haidar

München - Seit Kriegsausbruch in Syrien haben sich in dem wilden Flüchtlingscamp auf dem Feld nahe Bednayel nach und nach rund 30 Familien niedergelassen. Fehlende Hygiene ist ein großes Problem.

Lebensmittel kann Ralia schon lange nicht mehr einfach nur auf den Boden stellen. Aber Regale hat die 34-Jährige in ihrem Zelt nicht. Also bindet sie Säcke oder Plastiktüten an Stangen, um sie sicher zu lagern. Sie vor Ungeziefer und Ungetier zu schützen. Denn die gibt es in diesem wilden Flüchtlingscamp im Libanon zuhauf.

Die Flüchtlinge kochen über offenem Feuer, in dem der Müll verbrannt wird.

Seit Kriegsausbruch in Syrien haben sich auf dem Feld nahe Bednayel nach und nach rund 30 Familien niedergelassen. Ralia lebt mit ihren fünf Töchtern und zwei Buben seit knapp zwei Jahren hier. Einen Winter hat sie schon hinter sich. „Das war hart, aber jetzt habe ich richtig Angst um meine Kinder“, sagt sie. Vor allem seit sich die hygienische Situation von Woche zu Woche verschlimmert hat. Je mehr Menschen hier Zuflucht suchen, umso unerträglicher wird es. Unicef hat in Bednayel Toilettenhäuschen und Wassertanks aufgestellt. Doch das reicht bei Weitem nicht aus.

„Vor ein paar Wochen ist mein Jasser nachts aufgewacht und hat furchtbar geschrien“, sagt Ralia. Eine blutende Bisswunde klaffte an der Lippe des Einjährigen. Die Ratte sah Ralia gerade noch weghuschen. Der Bub ist nicht das einzige Kind im Lager, das nachts von Ratten gebissen wurde. Vor allem auf Babys haben es die Tiere abgesehen.

tz-Aktion mit Unicef: Bilder von den Flüchtlingen

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Die hygienischen Bedingungen sind katastrophal: Abwässer versickern im Nirgendwo, Flüchtlinge graben provisorische Gruben.

Schützen können die Eltern ihre Kinder kaum. „Schauen Sie doch, wo unser Abwasser hinfließt. In einen offene Graben“, klagt die Mutter und zeigt auf eine stinkende Lache. Tagsüber verstecken sich die Ratten zwischen den Planen, unter den provisorisch gebauten Fundamenten aus Holz, hinter den Abfallbergen. Der Müll auf dem Gelände wird so gut es geht verbrannt. Egal ob Plastikfolien dabei sind oder andere Stoffe, die giftig sind. Hauptsache weg.

Der Landbesitzer hat den Flüchtlingen nach den Vorfällen mit den Ratten ein Ultimatum gestellt. Wenn in einem Monat kein Abwassersystem da ist, will er das Lager räumen lassen. Wohin sollen denn die Flüchtlinge? Den Menschen machen solche Drohungen trotzdem Angst.

Ralia würde gerne von hier verschwinden. Nach Hause. Nach Syrien. Aber ihr Zuhause in Aleppo gibt es nicht mehr. Es ist ausgebombt. „Wir alle hoffen hier, dass diese Zeit vorbeigeht und wir einfach überleben.“

D. Caspary

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