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Lasst Maha (5) wieder Kind sein!

tz-Aktion mit UNICEF: Wir helfen den syrischen Kindern im Libanon

München - Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die tz-Weihnachtsaktion "Bei uns daheim ist Krieg – Kinder auf der Flucht. Wir helfen vor Ort." Der Erlös geht an die Kinder im Libanon, die durch den Krieg des IS in Syrien alles verloren haben.

Seit fast fünf Jahren herrscht in Syrien Krieg, über vier Millionen Menschen sind als Flüchtlinge registriert, dazu kommen sechseinhalb Millionen Syrer, die im eigenen Land Vertriebene sind. Über die Hälfte davon sind Kinder. Das sind die Zahlen. Aber es sind vor allem Schicksale. Von Millionen unschuldiger Kinder, die nicht wissen, ob sie diesen Krieg überleben, die nicht wissen, wie ihre Zukunft aussehen wird, wo sie einmal leben werden, in der Fremde oder daheim in Syrien, da wo gerade Krieg herrscht.

Eines dieser Kinder ist Maha (5). Sie ist das Mädchen auf unserem Aktionsplakat. Das Kind mit den traurigen Augen. Das Kind mit Gesichtszügen, die nicht zu einer Fünfjährigen passen. Man sieht Maha an, dass sie Dinge erlebt hat, die kein Kind der Welt erleben sollte. Sie hat es sich nicht ausgesucht, Flüchtling zu sein. Wie gern wäre sie daheim in Syrien, würde im Garten des Vaters unter Walnussbäumen spielen und sich darauf freuen, bald ein Schulkind zu sein. Stattdessen weint Maha jede Nacht im Schlaf. Sie hat Angst, obwohl sie ihre Mutter Akhlas in den Arm nimmt und beschützt, sie hat Angst, dass es niemals wieder so sein wird, wie es war. Sie träumt davon, wie es war als ihre Familie aus Homs fliehen musste. Maha kann sich nicht erinnern – sie war bei der Flucht gerade mal zwei Jahre alt – aber das Gefühl von damals kennt sie. Die Angst, die Ungewissheit.

Ihre Familie wollte immer in Syrien bleiben. „Mein Bruder ist schon ein Jahr nach Kriegsbeginn geflüchtet“, erzählt Mahas Vater Mohamed. „Ich dachte immer, wir schaffen das, das ist unser Zuhause, da geht man nicht einfach weg.“ Der 45-Jährige war in Syrien ein wohlhabender Mann, Besitzer einer Autowerkstatt, dazu Obstplantagen, eine Hühnerfarm und ein schönes Haus. Er hatte etwas zu verlieren. „Außerdem haben wir daran geglaubt, dass bald alles gut wird.“ Bis zum 15. Mai 2012. In dieser Nacht fielen wie so oft Bomben in Homs. Und trafen das Nachbarhaus. Die Fenster zerbarsten auch bei Mohamed. Und da sah er Maha. „Sie war übersät mit Glassplittern. Ich habe in ihre Augen geschaut und wusste, wir müssen weg. Jetzt.“

"Bei uns daheim ist Krieg – Kinder auf der Flucht. Wir helfen vor Ort."

Der Bruder war bereits im Libanon, holte die Familie an der Grenze zwischen Syrien und dem Libanon ab. 124 Kilometer Luftlinie sind sie von ihrer Heimat entfernt, zur syrischen Grenze sind es gerade 20 Kilometer. Manchmal steht Mohamed abends auf dem Dach des Rohbaus im Bekaa-Tal, wo er mit seiner Frau und den vier Kindern ein Zimmer bewohnt, und schaut hinüber zu den Libanon-Bergen. Hinter der Hügelkette ist Syrien. „Unsere Heimat, in der wir einmal glücklich waren. Jetzt haben wir nichts mehr. Unsere Ersparnisse sind verbraucht, wir haben nicht einmal genug, um das Milchpulver für unseren Jüngsten zu kaufen.“ Hamza ist sechs Monate alt, wiegt drei Kilo und ist unterernährt, die Milch der Mutter reicht schon lange nicht mehr. Die größeren Geschwister Abdullah (10) und Salam (12) arbeiten in der Landwirtschaft. Kartoffeln ernten, bis zu zwölf Stunden am Tag. Vater Mohamed hat jetzt eine Stelle als Lehrer gefunden. Beyond heißt die Nicht-Regierungs-Organisation, die von Unicef finanziert wird. Und die auch wir mit Ihren Spenden, liebe Leser, unterstützen möchten.

Maha ist so oft wie möglich hier. Wie 500 andere Kinder, deren einziger Zufluchtsort die paar Zelte auf dem Acker sind. Dort werden die Kinder, die nicht in der Schule sind, unterrichtet. Jede Woche ist ein Arzt da, der umsonst die Kranken behandelt. Die Beyond-Mitarbeiter hören den Kindern zu, spielen, musizieren und malen mit ihnen. Um ihnen zu helfen, mit all dem klar zu kommen, was sie durch den Krieg erlebt haben.

Mohamed verdient dort als Vollzeit-Lehrer etwas mehr als 400 Euro. 160 Euro zahlt er für das Zimmer. Ohne Strom, ohne Wasser. Eine Heizung gibt es nicht. Auch wenn hier im Winter der Schnee liegt. Bleiben rund 200 Euro im Monat für sechs Personen. Das Leben im Libanon ist teuer. „Wir haben es besser als viele andere“, sagt Mutter Akhlas. Weil ihr Schwager inzwischen gar nichts mehr hat, bekommt er von Mohamed Unterstützung. „Die Familie lässt man nie im Stich.“

Das ist es auch, was die Menschen hier weiter kämpfen lässt. Die Familien, die Kinder. Die Menschen wollen eine Zukunft für ihre Kinder, sie wollen keine verlorene Generation, sondern eine, die ihr Zuhause, Syrien, wieder aufbauen kann.

Unicef ist eine der wenigen internationalen Hilfsorganisationen, die den Kindern sowohl in Syrien, in den Nachbarländern wie dem Libanon als auch auf den Fluchtrouten hilft. In einer der größten Hilfsoperationen seiner Geschichte sind über 650 Mitarbeiter für syrische Kinder im Einsatz.

Ohne die Unterstützung von Partnern ist das nicht möglich. Ohne Sie, liebe tz-Leser, ist das nicht möglich. Mit Ihnen ist dagegen vieles möglich: eine menschenwürdige Versorgung der Flüchtlinge im Libanon, die überlebenswichtige Nothilfe jetzt im Winter und eine gezielte Finanzierung von Bildung und psychosozialen Hilfen für die Kinder, bei denen daheim der Krieg tobt. Und die zurück möchten, um ihr Land wieder aufzubauen. Bitte helfen Sie mit. Vor Ort.

Dorit Caspary

tz-Aktion mit Unicef: Bilder von den Flüchtlingen

tz-Aktion mit Unicef: Bilder von den Flüchtlingen

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Rubriklistenbild: © Ramzi Haidar

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