Eine Million Flaschen Wasser verteilt

Jeden Samstag hilft er den Flüchtlingen

Gunter Völker bei seinem Wassertransport in Dohuk.

München - Es ist wieder Samstag, und Gunter Völker steht früh auf. Die Transporter mit 6000 Flaschen Trinkwasser warten. Gemeinsam mit dem FDP-Politiker Tobias Huch hat Völker das Projekt Wasser für Flüchtlinge in Kurdistan ins Leben gerufen.

Seit der IS in Syrien und dem Irak wütet und der Nordirak Ziel für 1,8 Millionen Flüchtlinge geworden ist, tuckern Völker und sein Team in die besonders betroffenen Regionen um Dohuk. Partner Huch kümmert sich vor allem darum, Spender zu finden. Mitte Dezember haben die Initiatoren die Eine-Million-Marke geknackt. So viele Flaschen Wasser wurden bislang an Flüchtlinge verteilt. Es sollen noch mehr werden.

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Gunter Völker betreibt in der kurdischen Hauptstadt Erbil das Wirtshaus Deutscher Hof. Dort serviert er Spezialitäten aus seiner Heimat. Die thüringischen Bartwürste sind selbst gemacht – allerdings aus Hühnerfleisch. Daneben stehen Schnitzel, Spätzle, Sauerbraten und die Feuerpfanne auf der Karte. Dafür ist der Deutsche Hof berühmt.

Früher war Gunter Völker Verpflegungsgruppenführer bei der Bundeswehr. Nach seiner Zeit als Soldat in Kabul wollte er in Afghanistan bleiben und eröffnete sein erstes Lokal. „2003 lief mein Vertrag bei der Bundeswehr aus, nach Deutschland wollte ich nicht zurück, weil ich den Anschluss ans normale Leben ein wenig verloren hatte.“ Also das erste Restaurant. „Ich habe bei meinen Einsätzen gesehen, dass es in Krisengebieten viele westliche Helfer gibt, die sich über ein Stück Heimat in der Ferne freuen.“

Als die Geschäfte in Afghanistan schwieriger wurden, sah er sich nach einem zweiten Standbein um. Erbil boomt, sollte noch vor Kurzem zu einem zweiten Dubai ausgebaut werden. 2005 wurde der Deutsche Hof in Erbil eröffnet. Mit bayerischem Leierkasten, Bierschildern aus Weihenstephan und Biergartentischen in Schwarz-Rot-Gold. „Bevor der IS seinen Schrecken verbreitet hat, hatte ich immer ein gut gefülltes Haus“, sagt Völker. Seit August sind seine Umsätze um 40 Prozent gesunken. Viele seiner ausländischen Gäste haben die Region aus Sorge um ihre Sicherheit verlassen. Wann und ob sie zurückkommen, weiß keiner.

Gunter Völker ist geblieben. „Ich bin 51 Jahre alt und hatte bis jetzt echt ein gutes Leben. Wenn es mich nun erwischt, ist das halt so“, sagt er cool. Außerdem habe er Verantwortung für seine Angestellten. 16 Mitarbeiter sind im Deutschen Hof beschäftigt, darunter auch syrische Flüchtlinge aus Aleppo. „Ich könnte jetzt doch gar niemanden entlassen oder den Laden gar zusperren, da hat man als Arbeitgeber auch eine soziale Pflicht.“

Die sieht der gebürtige Thüringer auch gegenüber den Flüchtlingen. Zudem sieht er sich inzwischen als Teil der dortigen Gesellschaft. Der Deutsche ist Mitglied in einem kurdischen Stamm. „Ich habe so viel Positives hier erfahren, dafür möchte ich auch etwas zurückgeben.“ Deshalb fährt er jeden Samstag ins zwei Stunden entfernte Dohuk. In den Bauruinen warten sie schon auf den Mann aus Deutschland, der ihnen regelmäßig Wasser bringt. „Ohne Wasser geht gar nichts.“ Aber er sieht auch die große Not der Menschen – vor allem in den Rohbauten.

Auf seiner Facebook-Seite Wasser für Flüchtlinge in Kurdistan schreibt Völker: „Es ist Samstag, und wir verteilen Wasser. Es ist kalt und nass. Die ganzen Menschen so erbärmlich frieren zu sehen, zerreißt mir das Herz.“

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Zweite Chance für ungeliebte Geschenke

Albert Dietrich ist ein echter Abstauber. Alles, was er für die Versteigerung ungeliebter Weihnachtsgeschenke bekommen kann, reißt er sich unter den Nagel. Um es dann von 5. bis 9. Januar meistbietend im Prunkhof des Neuen Rathauses wieder an den Mann und die Frau zu bringen. Der komplette Erlös der beliebten Versteigerung kommt den Flüchtlingskindern und Unicef zugute.

Der 64-jährige Chef der Münchner Stadtinformation kann inzwischen auf 19 Jahre Auktionserfahrung zurückblicken. Heuer bekommt er gleich doppelte weibliche Unterstützung für seine Aktion. Sowohl Münchens OB-Gattin Petra Reiter als auch Ex-First-Lady Edith von Welser-Ude sind als Schirmherrinnen tatkräftig mit dabei. Ein Besuch der Auktion lohnt sich auf alle Fälle. Es ist inzwischen fast kein Geheimtipp mehr, dass es hier echte Schnäppchen gibt. Auch schon echtes Petersburger Porzellan ist für einen Spottpreis weggegangen.

Die „schönen Dinge für einen guten Zweck“ kommen von 5. bis 9. Januar (außer an Heilig­dreikönig) immer von elf bis 17 Uhr unter den Hammer. Und keine Sorge: Albert Dietrich weiß genau, wem er ein paar mehr Euro rauskitzeln kann und wer sich freut, wenn sein Geldbeutel ein wenig geschont wird.

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