Schwabinger Wirt klagt an:

"Unser Keller ist eine tickende Bombe"

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Stromleitungen sind um die Gasleitung herumgewickelt: „Unser Keller ist eine tickende Bombe“, sagt Michael Windisch, der Wirt des Schmuckkastls

München - Michael Windisch, der Wirt des Schwabinger Schmuckkastls, sorgt sich um den Zustand seiner Gaststätte. Den Keller vergleicht er mit einer tickenden Zeitbombe.

Seine Gaststätte in München-Schwabing trägt den schönen Namen Schmuckkastl – aber Wirt Michael Windisch (43) findet nicht gerade, dass das Haus an der Winzererstraße, in dem er sie betreibt, ein Schmuckstück ist. Im Gegenteil: „Der Zustand ist äußerst bedenklich“, sorgt sich Windisch.

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Seit Jahren verfalle das Haus immer mehr, sogar Fenster sind schon herausgefallen. „Sogar meine Gäste wären in Gefahr! Ihnen drohte ein Fenster auf den Kopf zu falllen.“ Die Feuerwehr sicherte die Problemzonen inzwischen ab, aber dennoch ist das Haus nach Meinung von Windisch „eine tickende Bombe“. Im Keller stünde nicht nur allerhand Gerümpel, das ehemalige Hausbewohner dort entsorgt haben. Schlimmer: „Die Stromleitungen sind um Gasleitungen herumgewickelt! Der Gruppenführer der Schwabinger Feuerwehr war geschockt“, sagt Windisch. Außerdem stinkt es nach Heizöl. Er habe bereits mit dem Vermieter gesprochen und ihn zu aufgeforder, das Haus endlich zu sanieren. Aber geschehen sei wenig. Nun bemüht sich Michael Windisch um einen Termin beim Kreisverwaltungsreferat. Vom Mieterverein München wollen Windisch und andere Bewohner des Hauses nun wissen, wie sie vorgehen können und welche rechtlichen Möglichkeiten sie haben.

„Informieren Sie den Vermieter schriftlich über die konkreten Mängel an dem Haus und setzen Sie ihm eine Frist, in der er diese beseitigen soll“, rät Anja Franz, Sprecherin des Mietervereins. Nützlich könne es auch sein, Stellungnahmen von Sachverständigen einzuholen. „Wenn der Vermieter dann innerhalb der Frist die Mängel nicht beseitigt, können Sie auf Mängelbeseitigung klagen“, sagt Franz. Da in dem Haus in Schwabing viele Mieter betroffen sind, sei es sinnvoll, wenn sie sich zusammenschließen und ihre Interessen gemeinsam vertreten, so Franz. „Das ist immer gut, wenn es um Dinge geht, die das ganze Haus betreffen, etwa auch bei Betriebskostenabrechnungen, Mieterhöhungen oder Modernisierungsarbeiten.“

Sie empfiehlt den Mietern außerdem gemeinsam aufzutreten und einen Sprecher zu wählen, der sie dem Vermieter gegenüber vertritt.

„Den Vermieter trifft es natürlich viel mehr, wenn nicht nur ein Einzelner sondern alle Mietparteien im Haus die Miete gleichzeitig mindern.“ Zudem könnten sich die Mieter auch zusammenschließen, um den Vermieter gemeinsam zu verklagen oder Eilrechtsschutz beantragen, rät Franz. Das bringe auch einen finanziellen Vorteil. „Jeder, der klagt, muss ja einen Vorschuss auf die Gerichtskosten zahlen. Es ist es natürlich günstiger, diesen unter vielen Mietparteien aufzuteilen.“ Die Höhe des Vorschusses ist übrigens bei jedem Rechtsstreit anders, da sie sich nach dem Streitwert bemisst. Wird der Rechtsstreit gewonnen, bekommen die Mieter den Vorschuss zwar zurück, aber trotzdem müssen sie ihn zunächst immer vorstrecken, wenn sie ihre Klage einreichen. Es sei denn, man bekommet eine Gerichtskostenhilfe. Die kann jeder finanzielle schlecht gestellte Kläger bei Gericht beantragen.

Susanne Sasse

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