Unser "Schwager" Herbert Schneider wird 90

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Herbert Schneider, unser „Schwager“, wird am Montag 90

München - "Der Schwager" – so heißt seit Jahrzehnten Herbert Schneiders Freitags-Kolumne in der tz. Am Montag wird er 90 Jahre alt.

Nein, der Schwager kann nicht mehr seine geliebten Radltouren unternehmen, nicht mehr Tennis spielen, und das Garteln gehört auch ziemlich der Vergangenheit an. „Aber das kannst alles in der nächsten Kolumne lesen“, sagt er.

Wir reden von Herbert Schneider. Der Schwager – so heißt seit Jahrzehnten seine Freitags-Kolumne in der tz. Und wird sie noch viele Jahre heißen, so hell und klar, wie die Stimme ist, so klar und schnell, wie der Kopf reagiert. Und darum ist der Schwager sehr froh.

Auf seinen Hometrainer steigt Herbert Schneider, Natur hin oder her, noch fast täglich und strampelt. Ein echter Münchner geht nicht unter.

Der Schwager ist ein Stück Alt-München. Mit erz­baye­rischem Charme, Schalk und Wissen. Mit Gschichten und Gedichten voller Wärme. ­Am Montag vor 90 Jahren wurde Herbert Schneider in der Schwanthaler Höh’ geboren.

Umtriebig ist er wie eh und je. Mehr als der Oberbürgermeister übrigens, der heuer noch nicht gratuliert hat. Herr Ude, heute ist noch Zeit! „Doch der bayerische Ministerpräsident hat mir geschrieben“, sagt Herbert Schneider ein bisserl stolz. Seehofer habe ihn gelobt für seine Kolumnen und Bücher und dafür, dass er als „bayerisches Unikat“ den Dialekt in Ehren halte.

Wenn Herbert Schneider über alte Traditionen redet, dann klingt das vielleicht mal ein bisserl wehmütig, aber nie verbittert. Dazu steht er viel zu fest mit beiden Beinen im Heute. Aber das Oktoberfest ist wirklich nicht mehr das, was es mal war. „Früher war’s noch gmiatlich. Heute ist die Wiesn ein angetrachtetes Massenbesäufnis“, sagt er.

Das wird seine Feier zum 90. Geburtstag nun garantiert nicht. „Das findet nur im engsten Kreis statt“, verrät der Schwager. Aufhebens macht der Herbert Schneider nun mal nicht um sich und sein Lebenswerk, das gerade auch wieder ein neues Buch hervorgebracht hat. Die Kopf-Quelle sprudelt. „Wenn ich einen zündenden Einfall habe, dann brauche ich so anderthalb Stunden für die Kolumne. Und wenn mir nix einfällt, dann zuzel ich halt auf meinem Bleistift rum“, lächelt der Jubilar. Und wenn die Muse so gar nicht vorbeischauen will, dann greift der Schwager zu seinem Archiv und holt sich Inspiration.

Die tz wünscht viel Inspiration, wenig Archiv und etliche weitere gemeinsame Jahre!

Matthias Bieber

Herbert Schneiders jüngstes Buch heißt Mia san Bayern und ist beim Verlag rosenheimer erschienen (176 Seiten, 12,95 Euro).

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