Magazin

„Unsere Isar“: Die Lebensader Münchens ist wieder quicklebendig

Lernen Sie im Magazin „Unsere Isar“ die Lebensader München von einer anderen Seite kennen.
+
Lernen Sie im Magazin „Unsere Isar“ die Lebensader München von einer anderen Seite kennen.

Die Münchner lieben ihre renaturierte Isar, die durch ihre Mischung aus Naturbelassenheit und menschlicher Nutzung einen besonderen Reiz ausübt. Erfahren Sie mehr.

Die Münchner Isar birgt viele ungeahnte Wunder: Oder wussten Sie, dass es sich bei ihr um den einzigen Fluss weltweit handelt, der mitten im Stadtgebiet einer Millionenmetropole den Huchen beherbergt? Der mit dem Lachs verwandte Raubfisch bringt 25 Kilogramm auf die Waage und wird bis zu 1,30 Meter groß. Im Frühjahr wurden rotweiße Absperrbänder über den Fluss gespannt, um Fußgänger davon abzuhalten, die rötlich-silbernen Fische bei ihrem ungestümen Laichritual zu stören.

Lebensader Münchens: Die reißende Isar über die Jahre

Derartige Naturschauspiele inmitten Münchens sind nur aufgrund der Isarrenaturierung möglich, die 1999 begann und nun beinahe abgeschlossen ist. 35 Millionen Euro haben die Stadt und der Freistaat Bayern investiert, um Wehre zurückzubauen, weite Überschwemmungsflächen einzurichten und betonierte Böschungen zu entfernen. Das steinerne Korsett, in das der Stadtfluss gepresst wurde, sollte das stetig wachsende Stadtgebiet vor Naturkatastrophen schützen. Schon die Römer nannten sie „Isaria rapida“ – die reißende Isar.

Das Gewässer entspringt als Wildfluss im österreichischen Karwendelgebirge und legt bis zur Mündung in die Donau bei Plattling rund 290 Kilometer zurück – 14 davon durch das Münchner Stadtgebiet. Durch das Gefälle von 850 Höhenmetern von der Quelle bis zur Mündung erhält sie einen beträchtlichen Strömungsschub. Die Maßnahmen zum Hochwasserschutz forderten allerdings ihren Tribut: Die Isar verlor ihren Charakter als vitaler, sich selbst reinigender Wildfluss. Eine Kruste von Sedimenten überzog die Flusssohle. Die Fischbrut erstickte am Gewässergrund. Von den fast 70 heimischen Fischarten gingen beinahe 40 verloren.

Der Brunnbach in München ist ein rechter Zufluss der Isar.

Die Isar lebt wieder: Renaturierung bringt Artenvielfalt zurück

Heute ist das nicht mehr so: Mittlerweile leben wieder 80 Prozent aller in Bayern vorkommenden Wildtiere an und in der Münchner Isar. Unter anderem der Biber hat den Stadtfluss wieder für sich zurückerobert und hinterlässt deutliche Fraßspuren an Uferbäumen. Dieser Erfolg bleibt auch international nicht unbemerkt: Delegationen aus Rom und Los Angeles wollen sich die reanimierte Isar als Vorbild zur innerstädtischen Fluss- und Naturraumgestaltung nehmen und ihre eigenen Flüsse – den Tiber und den LA-River – wieder als Erholungsräume zugänglich machen.

Auch die Münchner sind vernarrt in ihre Isar und nutzen ihn zur Erholung: Sie grillen am Ufer, baden am Fluss und paddeln mit Kanus durch die Wellen. Die meisten entsorgen ihren Müll, aber leider längst nicht jeder Isarbesucher. Die Entfernung der Müllberge stellt ein kostspieliges Unterfangen dar. Wie in Zukunft der Einklang zwischen Natur und Mensch gewahrt werden soll, ist eine Debatte, die die ganze Stadt beschäftigt. Erholungsbedürftige Münchner fordern ein Flussbad in der Nähe des Deutschen Museums, andere wiederum warnen vor weiteren Plänen, die Isar zu einem Freizeitpark umzugestalten.

Dank der Renaturierung ist die Isar wieder quicklebendig und mit Artenvielfalt gesegnet.

Mehr rund um die Lebensader Münchens erfahren Sie im Premiere-Heft „Unsere Isar“. Erhältlich ist das Magazin in digitaler Form in der eLibrary oder als Print-Version im Pressehaus (Bayerstr. 57), im Handel oder im Bavariashop.

Magazin in der eLibrary kaufen

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.