Unsinniges Liegenverbot nach tz-Bericht aufgehoben

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Können den Tag am See wieder genießen: Die Liegen-Rebellen vom Fasaneriesee Egon und Anni Fischl, Gabriele Brühner und Heidi Hagel .

München - Na also, geht doch! Nachdem die Stadt ein unsinniges Liegeverbot erlassen hat, haben die Behörden nach etlichen Beschwerden einen Rückzieher gemacht. Die Stadt entschuldigt sich sogar bei den Badegästen.

Da sind die Sicherheitskräfte am Fasaneriesee weit über ihr Ziel hinausgeschossen: Nach etlichen Beschwerden über Mitglieder des Wachdienstes, die ein angebliches Liegen- und Klappstuhl-Verbot rücksichtslos durchsetzten (tz berichtete), äußert sich jetzt das Baureferat der Stadt München zu dem Vorfall: „Wir entschuldigen uns in aller Form bei den Besuchern der Grünan­lage am Fasaneriesee. Selbstverständlich dürfen Liegen, Klappstühle und Sonnenschirme mitgebracht werden, die Grünanlagensatzung verbietet lediglich das Aufstellen von Zelten und Wohnwägen. Auch mit der für Mai vorgesehenen Neufassung der Satzung wird sich das nicht ändern.“ Da liegt das Baureferat garantiert richtig!

Rückblick: Gabriele Bühner (50) und ihre Eltern wurden am vergangenen Wochenende von zwei Sicherheitskräften angesprochen: Die Liegen müssen weg! Zunächst glaubte die Bankerin an einen Scherz. Seit bald 45 Jahren zieht es Bühner bei sommerlichen Temperaturen zum Schwimmen, Sonnenbaden und Entspannen an den nahen Fasaneriesee. Liegestühle und Sonnenschirme gehören selbstverständlich dazu – gerade für die 81-jährigen Eltern.

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Den Aufpassern war das egal. Mit den Worten „Wir ziehen euch jetzt die Liegen unterm Hintern weg!“ machten die sich daran, die Grünanlage von allen Liegestühlen zu befreien. Auf empörtes Nachfragen der Betroffenen reagierten sie laut und aggressiv, drohten mit der Polizei. „Ich fühlte mich 70 Jahre zurück versetzt“, so ein britischer Freund der Familie. Selbst die schattenspendende Zeltmuschel eines zweijährigen Kindes wurde abgebaut.

„Natürlich machen die nur ihren Job. Aber wenn das Ufer vollkommen verdreckt und wir wegen unserer Liegen wie Verbrecher behandelt werden, dann lassen wir uns das nicht gefallen“, erklärt Egon Fischl, der Vater Gabriele Bühners. Mit den Mitarbeitern des externen Wachdienstes will die Stadt München ein ernstes Gespräch führen.

Christian Gipfel

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