Ausbau des Föhringer Rings besiegelt

Stau-Ende im Norden in Sicht

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Gut gelaunt unterzeichneten im Bayerischen Innenministerium Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (li., SPD) und der Hausherr Joachim Herrmann (CSU) die Urkunden der Finanzierungsvereinbarung für den Föhringer Ring.

Der Verkehr in Münchens Norden wird spürbar entlastet. 2018 starten die Arbeiten am Föhringer Ring, bis 2025 soll das Nadelöhr vierspurig ausgebaut sein. 

Am Dienstag unterzeichneten Innenminister Herrmann, Oberbürgermeister Reiter und Unterföhrings Bürgermeister Kemmelmeyer die Finanzierungsvereinbarung.

Überstürzt könne man dieses Projekt sicher nicht nennen, sagte Münchens OB Dieter Reiter (SPD) gestern süffisant im Bayerischen Innenministerium. Bereits 2001 sollte eine leistungsfähige Verbindung vom Norden Münchens zur neuen Messestadt Riem geschaffen werden – unter anderem durch den Ausbau des Föhringer Rings. Doch die Stadt wollte erst die Verkehrsentwicklung nach der Eröffnung des Richard-Strauss-Tunnels im Jahr 2009 abwarten. So passierte lange nichts. Inzwischen fahren an normalen Werktagen 50 000 Fahrzeuge auf dem Föhringer Ring. Staus und Unfälle sind auf der extrem belasteten Strecke an der Tagesordnung.

Damit soll Schluss sein. Denn der Ring wird bis 2025 auf vier Spuren erweitert. Die Finanzierung dafür steht – seit gestern auch hochoffiziell besiegelt durch Unterschriften von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), OB Reiter und Unterföhrings Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (parteifrei).

Ausbau kostet mehr als 52 Millionen Euro

Der Ausbau des knapp zwei Kilometer langen Streckenabschnitts kostet inklusive Planung und Grunderwerb mehr als 52 Millionen Euro. Mit rund 42 Millionen übernimmt der Freistaat den Löwenanteil; München und Unterföhring geben nochmals jeweils fünf Millionen dazu. Auch wenn sie nur wenige Minuten gedauert hätten, seien die Verhandlungen ums Geld „ein bisschen wie auf dem türkischen Basar“ gewesen, meinte Reiter. „Obwohl alle Profis am Tisch wussten, wie’s ausgehen wird.“ Wohl im Hinblick auf die Tram durch den Englischen Garten fügte er augenzwinkernd hinzu: „Der Ministerpräsident hat mir versichert, es wird nicht das letzte Projekt sein, bei dem wir genauso gut zusammenarbeiten.“

Auch Kemmelmeyer zeigte sich erleichtert: Er habe zuletzt Termine mit Regierungsvertretern immer zu Hauptverkehrszeiten angesetzt. „Damit die im Stau selbst erleben, wie wichtig der Ausbau für unsere Gemeinde ist.“ Straßeninfrastruktur und Verkehrssituation im Münchner Norden würden nun deutlich verbessert, freute sich Innenminister Herrmann. Der Stadtratsbeschluss im März und das Signal aus Unterföhring, sich finanziell zu beteiligen, seien wichtige Impulse für Verhandlungen gewesen.

Schon im kommenden Jahr werden bauvorbereitende Arbeiten wie Rodungen, archäologische und Kampfmitteluntersuchungen durchgeführt. Ab 2019 wird dann im ersten Schritt südlich der bestehenden Herzog-Heinrich-Brücke eine neue Brücke errichtet, die später zwei der insgesamt vier Fahrspuren aufnehmen wird. Für diesen Neubau plant das Staatliche Bauamt zwei Jahre ein. Anschließend wird der Verkehr auf die neue Brücke verschwenkt und die alte Herzog-Heinrich-Brücke abgebrochen. An gleicher Stelle wird danach eine neue Brücke gebaut, die die späteren Fahrspuren Richtung Westen aufnehmen soll.

Parallel zu den Brückenbauarbeiten wird der Föhringer Ring östlich der Isar bis zur Anschlussstelle der Kreisstraße M3 und westlich der Isar vierstreifig ausgebaut. Vor allem im Westen wird es nicht einfach. Denn neben der Verbreiterung des neun Meter hohen Straßendamms müssen auch noch vier kleinere Brücken – über den Mühlbach, die Aumeister-Zufahrtsstraße, den Schwabinger Bach und den Eiskanal – neu gebaut werden. 2025 soll schließlich alles fertig sein. Allerdings wollen die Planer prüfen, ob die beiden Zusatzfahrspuren nicht eventuell noch bis zur Rampe der A9 verlängert werden könnten. Eine Entscheidung dazu soll 2018 fallen.

Die größte Herausforderung für die Baustelle wird die ständige Aufrechterhaltung des Verkehrs werden, gab Baudirektor Stefan Meier vom Staatlichen Bauamt Freising zu. „Wir werden versuchen, es im Zaum zu halten, doch es wird sicher Staus geben.“ Große Ausweichmöglichkeiten haben die Autofahrer nicht, da zeitgleich noch umfangreiche Bauarbeiten der Autobahndirektion Südbayern auf der A 99 zwischen Aschheim und dem Kreuz Nord laufen.

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