Grünwalder Stadion

Amateur-Derbys: Halb Giesing wird Sicherheitszone

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Ein Fanmarsch in München.

München - Mit einem Bündel von Maßnahmen will die Stadt München Ärger rund um Fußballspiele im Grünwalder Stadion verhindern - manches davon ist ziemlich überraschend.

Auseinandersetzungen rund um die Duelle der zweiten Mannschaften des TSV 1860 und des FC Bayern hatten für Aufsehen gesorgt. Die SPD forderte ein neues Handlungskonzept. Jetzt liegt der Vorschlag des Kreisverwaltungsreferats (KVR) vor. Er wird am Dienstag im Stadtrat diskutiert.

Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt: Im Stadion selbst passiert wenig. Zwar wird Pyrotechnik abgebrannt, Auseinandersetzungen zwischen Fangruppen oder mit der Polizei gab es aber fast gar nicht. Vor größere Probleme stellen die Polizei so genannte „Fanmärsche“, bei denen große Gruppen sich schon Stunden vor dem Spiel treffen und später zum Stadion marschieren.

Im August 2014 versammelten sich hunderte Bayern-Fans vor dem kleinen Derby am Viktualienmarkt. Dort wurde Pyrotechnik abgebrannt, Standl-Betreiber sollen frühzeitig zugesperrt haben. Im Papier des KVR heißt es jetzt ausdrücklich: „Von Seiten der Polizei konnten keine Gewalttaten oder Schäden am Viktualienmarkt festgestellt werden.“

Trotzdem will der Stadtrat neue Regeln für den Viktualienmarkt erlassen. Am Dienstag soll zum Beispiel festgeschrieben werden, dass Stände oder Bäume nicht mehr bestiegen werden dürfen. Und, ganz generell, sei es künftig jeder Person, die sich „auf dem Satzungsgebiet der Markthallen befindet“ untersagt, „gewaltverherrlichende, rassistische, fremdenfeindliche, rechts- oder linksextremistische Parolen zu äußern“.

In Giesing werden für so genannte „Risikospiele“ – zu denen alle Amateur-Derbys zählen sollen, handfestere Änderungen vorgenommen. So gelten an den Spieltagen vier Stunden vor bis zwei Stunden nach dem Spiel für den Bereich zwischen den U-Bahnhöfen Silberhornstraße, Candidplatz und Wettersteinplatz Regeln, die bisher nur im Stadionbereich selbst vorgeschrieben waren, etwa ein Vermummungsverbot und das Verbot von Pyrotechnik. Für Fanmärsche wird ein generelles Glasflaschenverbot erlassen. Die Polizei hatte immer wieder von gefährlichen Flaschenwürfen rund ums Stadion berichtet.

Das Fanprojekt der Arbeiterwohlfahrt vermittelt bei Konflikten zwischen Anhängern und der Polizei. Fanprojekt-Mitarbeiter Lothar Langer sagte am Freitag, er erwarte, dass die Polizeieinsätze auf Grundlage des Beschlusses „direkt auf die Durchsetzung der Verbote von Vermummungen, Glasflaschen und Pyrotechnik abzielen“. Jetzt sei „die Fanszene gefordert, dass das Amateur-Derby in einem gewissen Rahmen bleibt“. Sie hat schon bald die Möglichkeit dazu: Das nächste Duell zwischen Roten und Blauen steigt auf Giesings Höhen am Ostermontag.

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