Arbeiten dauern den gesamten Mai

Baulärm in Giesing: Brücken sollen leiser werden 

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Pilgersheimer Straße.

München - Manchmal muss es lauter werden, damit irgendwann Ruhe einkehrt. Nach diesem Motto macht sich die Bahn in München daran, Eisenbahnbrücken leiser zu machen. Betroffen sind vier Brücken in Giesing – den gesamten Mai über soll hier am Schallschutz gebaut werden.

Die Anwohner müssen sich deshalb kurzfristig auf Baulärm und Behinderungen im Zugverkehr einstellen.

Braunauer Eisenbahnbrücke.

Konkret geht es um die Giesinger Eisenbahnbrücken zwischen Haupt- und Ostbahnhof: So sollen die Brücke am Stadtbach, die Braunauer Brücke über die Isar sowie die Brücken über Pilgersheimer und Giesinger-Berg-Straße „entdröhnt“ werden. Gesamtkosten: 1,8 Millionen Euro. „Das Problem an den Brücken ist ihre filigrane Bauweise“, erklärt Alexander Pawolik, der das Projekt Lärmsanierung leitet. Die vier Stahlbrücken besäßen zu wenig Masse. „Fährt ein Zug darüber, versetzt das die Brücke in Schwingungen“, erklärt Pawolik. Das erzeugt den tiefen, dumpfen Lärm, der die Gläser in den Schränken klirren lässt.

8000 Münchner sind vom Lärm betroffen

Dreimühlenstraße.

Die bereits errichteten Schallschutzwände konnten den Lärm der Züge schon dämpfen. „Geklirrt haben die Gläser schon immer, durch den Lärm der Züge hat das nur niemand gehört“, so Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp. Er schätzt, dass etwa 8000 Münchner direkt vom Lärm der Brücken betroffen sind, in Spitzenzeiten mit bis zu 95 Dezibel. Die unterschiedlichen Verfahren (bei der Brücke über den Stadtbach wird zum Beispiel die Unterseite der Schwellen mit elastischem Material „besohlt“) sollen die Balastung um 10 Dezibel reduzieren. Gewerkelt wird rund um die Uhr, Gleise werden gesperrt. Alarmsignale warnen Arbeiter vor einem vorbeirauschenden Zug. Dieses Signal muss lauter sein als der Baulärm. Für einige Anwohner heißt es: Schlaflos in Giesing.

Giesinger Berg.

Für die Bauarbeiten zwischen 2. Mai und 1. Juni müssen Gleise gesperrt werden. Das betrifft im Streckenabschnitt zwischen Haupt- und Ostbahnhof Fernverkehrzüge, Regionalzüge (SOB und Meridian) sowie Güterzüge.

Komplett gesperrt wird die Strecke an zwei Wochenenden: 9. und 10 Mai, dazu 23. und 24. Mai sowie mehrmals nachts zwischen 22 und 5 Uhr.

Fernzüge brauchen 20 Minuten länger

Fern- und Güterzüge werden über den Nordring umgeleitet. Fernzüge brauchen somit 20 Minuten länger. Züge, die am Hauptbahnhof ankommen, verspäten sich um 20 Minuten, die Fernzüge Richtung Österreich und Italien gehen 20 Minuten früher. Die Haltestelle Ostbahnhof entfällt.

Regionalzüge starten und enden am Ostbahnhof, fahren nicht zum Hauptbahnhof. Für Meridian gilt das nur für die Tage der Vollsperrung, die SOB-Züge enden auch an anderen Tagen am Ostbahnhof. Reisende können auf die S-Bahn ausweichen.

Fahrplanänderungen

Sämtliche Fahrplanänderungen sind in der Fahrplanauskunft im Internet und an den Fahrkartenautomaten berücksichtigt. Infos gibts unter www.bahn.de/bauarbeiten, www.suedostbayern.de, oder telefonisch unter 01806/99 66 33.

Tobias Scharnagl

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