Bayernkaserne voll

Asyl-Lager auch in Giesing?

+
Die McGraw-Kaserne in Giesing: Entsteht hier ein Ausweichquartier für das Asylaufnahmelager?

München - In einem Krisengespräch hat OB Dieter Reiter (56, SPD) vorgeschlagen, die McGraw-Kaserne in Giesing als Ausweichquartier für für Asylbewerber zu nutzen.

Die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in der Bayernkaserne platzt aus allen Nähten. Zwar hat die Regierung von Oberbayern wie vereinbart die Lkw-Hallen zum 1. August geräumt, doch die Lage in der Bayernkaserne ist nach wie vor prekär. In einem Krisengespräch mit Sozialministerin Emilia Müller (62, CSU) schlug OB Dieter Reiter (56, SPD) vor, die McGraw-Kaserne in Giesing als Ausweichquartier zu nutzen.

In ehemaligen ­Fahrzeughallen schliefen die Flüchtlinge in Stockbetten und auf Feldpritschen.

Hintergrund: Ende Juni schnellten die Zugangszahlen in der Bayernkaserne dermaßen in die Höhe, dass das Sozialministerium sogar erwog, Zelte aufzustellen. Schließlich erlaubte Reiter dem Freistaat, bis Ende Juli die Kfz-Hallen der Bayernkaserne, die sich im Eigentum der Stadt befindet, als Notunterkunft zu benutzen. Übergangsweise, als Notbehelf – versehen mit einer Frist. Über 500 Menschen schliefen zeitweise in diesen Massenquartieren, am 21. Juli befanden sich insgesamt 2186 Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung. 2010 war das Gelände für 400 Asylsuchende geöffnet worden, die Kapazitäten wurden dann auf 1600 erhöht. Pünktlich zum Fristende wurden die Garagen geräumt, die Regierung meldete am Mittwoch: „Die Bayernkaserne ist derzeit mit über 1900 Personen belegt.“ Die Asylsuchenden wurden in andere Unterkünfte verlegt, dennoch ist die Bayernkaserne nach wie vor überbelegt.

Seit Mittwoch sind die Notquartiere geräumt.

Reiter empfahl Sozialministerin Müller darum am Donnerstag, die leer stehende McGraw-Kaserne als Dependance zu nutzen. Dieses Gelände gehört dem Freistaat. Reiter: „Man könnte dort auf den Freiflächen Wohncontainer aufstellen.“ Bezirksausschusschefin Carmen Dullinger-Oßwald (Grüne) weiß von der Idee zwar noch nichts, „… doch es ist eine Notlage, in der geholfen werden muss. Man sollte den Bürgern hier vor Ort aber rechtzeitig reinen Wein einschenken.“

Tatsächlich sucht die Regierung fieberhaft nach weiteren Unterkünften – „auch für die Zeit nach Ablauf des Mietvertrags für die Bayernkaserne.“ Da sprechen wir von Ende 2016 – danach wird hier neu gebaut. Derzeit prüfe man mit der Stadt weit über 100 Objekte. Das Sozialministerium erklärt: „Voraussichtlich wird aber schon in den nächsten Wochen eine Dependance mit rund 300 Plätzen in der Funkkaserne in Nordschwabing in Betrieb gehen.“ Die Stadt weiß außerdem auch noch von einer Unterkunft für 275 Menschen, die bis Januar an der Nailastraße (Perlach) entstehen soll.

Johannes Welte

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare