So starb Marina B.

Bluttat von Harlaching: Frau gab alkoholkrankem Mann allerletzte Chance - jetzt ist sie tot

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Auf offener Straße stach er zu: In dieses Haus ist die Familie erst vor wenigen Wochen eingezogen. 

Nun sind mehr Details zur Bluttat von Harlaching bekannt. Offenbar wollte sich die Frau von ihrem Mann trennen. Musste Marina B. sterben, weil sie das Leben mit ihm nicht mehr ertrug?

München - Einen Tag nach der Tragödie von Harlaching sind nun mehr Hintergründe der Tat bekannt. Bei dem Ehedrama spielte offenbar der Alkohol eine große Rolle. 

Am Freitagmorgen, gegen 4.15 Uhr, hören die Anwohner einen lauten Streit zwischen Marina B. (43) und ihrem Ehemann Josip B., beide Kroaten. Er hat seine Frau eingeholt, die auf dem Weg zur Arbeit zu Fuß Richtung U-Bahnhof Mangfallplatz unterwegs ist. Der Krach der Eheleute eskaliert, ihr Mann sticht mit einem Messer auf sie ein. Marina B. schreit entsetzlich. Sie blutet stark, ihr Herz hört auf zu schlagen. Der Rettungsdienst versucht sie noch zu reanimieren, kurz nach der Ankunft in der Klinik wird sie aber für tot erklärt. 

Ihr Mann beobachtet den Todeskampf auf den kalten Pflastersteinen. Er steht kreidebleich und stumm am Tatort in der Naupliastraße als die Polizei eintrifft. Auch das Messer findet die Polizei dort, es wird nun in einem Kriminallabor untersucht. Rund 200 Meter entfernt war das Paar Anfang November zusammen mit ihren drei erwachsenen Söhnen in das oberste Stockwerk eines Wohnhauses eingezogen. Der handwerklich begabte Josip B. renovierte die Zimmer selbst, noch waren die Arbeiten nicht abgeschlossen.

Verzweifelte Angehörige und Freunde versammelten sich am Freitag am Ort der Tragödie. Sie lagen sich weinend in den Armen. 

Darum kam es offenbar zur Bluttat

Die Abendzeitung sprach mit der Schwester der Toten. Sie erzählt, dass Josip B. ein rückfälliger Trinker ist. Ihr Schwager habe ihre Schwester angefleht, sie wieder zurück zu nehmen. Das Paar lebte getrennt, weil sie seine Alkoholsucht nicht mehr ertragen konnte. Marina B. arbeitete als Putzkraft bei einem Versicherungskonzern in München, er war nach Kroatien ausgewandert. Die drei Söhne verbanden das Paar aber noch immer. 

Die 43-Jährige ließ sich erweichen, gab ihrem Mann noch mal eine Chance. Die allerletzte Chance. Der Neustart endetet tödlich.

Das Paar wollte in der Naupliastraße neu anfangen, mit einer neuen Wohnung, die Familie eng beieinander. Doch die Schwester der Toten erzählt der Abendzeitung, dass dieser Versuch zum Scheitern verurteilt war: „Er hatte Marina erzählt, dass er seit sechs Monaten trocken sei“. Doch dann musste sie feststellen: Josip B. griff wieder zur Flasche. Marina B. hielt die Sauferei nicht aus, wollte die endgültige Trennung. 

An diesem Freitag sollte er aus ihrem Leben verschwinden,  sie für immer in Ruhe lassen. "Sie hat ihm das Geld für ein Busticket gegeben“, erzählt die Schwester. Er sollte zurück nach Kroatien. 

Die Kripo ermittelt weiter.  

Die wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Harlaching - mein Viertel“

mag

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