Stadtrat beschließt

Tierpark-Parkhaus: Jetzt wird‘s ernst

Die Pläne für ein Parkhaus am Tierpark sind am Mittwoch ein gutes Stück vorangekommen. Der Planungsausschuss hat gestern beschlossen, für das Projekt einen Bebauungsplan aufzustellen. Endlich – sagen die Grünen.

München - In diesem genau geregelten Verfahren müssen zunächst einmal die Auswirkungen eines Parkhauses auf den Verkehr und vor allem auf die Umwelt untersucht werden. Eine Forderung, die die Grünen laut Fraktions-Vize Kathrin Habenschaden (40) bereits vor einem Jahr erhoben hätten. Dabei sind das nur zwei Fährnisse für das Projekt.

Der Wunsch nach einem Parkhaus resultiert aus der Verkehrssituation. Es ist längst kein Geheimnis, dass die Straßen zum Tierpark an besucherstarken Tagen regelmäßig verstopft sind und zudem viele Gäste mit dem Auto auf der Suche nach Parkmöglichkeiten durchs Viertel irren.

Kathrin Habenschaden ist Vize-Vorsitzende der Grünen-Fraktion.

Habenschaden befürchtet, dass mit einem Parkhaus der Autoverkehr zunehmen wird. „Wir können im Stadtrat nicht ständig alle für bessere Luft kämpfen und den Text des Bürgerbegehrens übernehmen, wenn wir im gleichen Kalenderjahr ein Parkhaus genehmigen, um die Anreise mit dem Auto attraktiver zu machen.“ Das alles zu klären ist nun Sache des Verkehrsgutachtens, das auch die Frage beantworten muss, über welche Straßen die Autos zum Parkhaus kommen sollen.

Grüne mahnen vor Draufzahlgeschäft

In Sachen Umweltschutz könnte die Stadt noch mehr Probleme bekommen. „Das Parkhaus ist in einem FFH-Gebiet, Umweltverbände haben Klage angedroht“, sagt Habenschaden. Ferner werde immer wieder behauptet, dass der Rotkreuzparkplatz aufgelöst wird, wenn das Parkhaus an der Siebenbrunner Straße errichtet wird. „Ich habe aber auch schon gehört, dass die Stadt da mittlerweile gar keine Notwendigkeit mehr sieht.“ Wie berichtet, ist auch das BRK als Betreiber des Parkplatzes gegen die Auflösung.

Habenschaden kommen bisher auch die wirtschaftlichen Aspekte zu kurz. „An 300 Tagen im Jahr wird das Parkhaus nicht ausgelastet sein.“ Zwar wird das Parkhaus vom Tierpark gebaut und betrieben. Doch ist der Zoo immer noch ein Zuschussbetrieb der Stadt.

Skepsis bleibt

Auch FDP-Chef Michael Mattar ist „ausgesprochen skeptisch, ob ein Parkhaus an dieser Stelle zielführend ist“. Heide Rieke, planungspolitische Sprecherin der SPD, sah indes keinen Grund für die Skepsis. Die Untersuchungen würden zeigen, wie sinnvoll das Projekt ist. Rieke sprach sich aber auch dafür aus, den Rotkreuzparkplatz aufzulösen, sollte das Parkhaus an der Siebenbrunner Straße tatsächlich gebaut werden. „Vielleicht muss er aber nicht ganz weg, sondern kann zu einem Teil als Parkplatz für Radfahrer genutzt werden.“

Der Stadtrat muss sich nächste Woche mit dem Thema befassen, da neben dem Bebauungs- auch der Flächennutzungsplan geändert werden soll. 

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