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Klinik-Report: Darüber ärgern sich Patienten

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113 Mal hatten die Fürsprecher in Harlaching Kontakt zu Patienten

München - Zu den Städtischen Kliniken in München gingen im vergangenen Jahr 1408 Beschwerden von Patienten ein! Die tz schlüsselt auf, was die häufigsten Gründe sind.

Das Personal ist überfordert, das Essen fad, für die Visite bleibt kaum Zeit: Wer als Patient in der Klinik liegt, hat manchmal allen Grund, sich zu ärgern. Laut dem neuen Klinikreport des Gesundheitsreferats, der der tz vorliegt, gingen zu den Städtischen Kliniken in München im vergangenen Jahr 1408 Beschwerden von Patienten ein!

In dem Bericht ist erfasst, mit welchen Problemen sich die Patienten an die hauseigene Beschwerdestelle und an die ehrenamtlichen Patientenfürsprecher wenden – vom versalzenen Essen bis zum schweren Behandlungsfehler. Die Gesamtzahl ist ähnlich hoch wie im Vorjahr (2011: 1419 Beschwerden). Das von den Kliniken betriebene Beschwerdemanagement zählte im vergangenen Jahr 987 Beschwerden (2011: 1000). An die unabhängigen Fürsprecher, die ehrenamtlich arbeiten, wandten sich 381 Patienten mit 421 Beschwerden (2011: 419). Gemessen an der Anzahl der stationären Patienten (2012 waren es 151 046) heißt das: Etwa jeder 100. Krankenhauspatient beschwerte sich. Wie zuletzt rügten die Patienten auch diesmal vor allem die medizinische Versorgung (siehe Tabelle), also die Betreuung durch Ärzte, Pfleger und Therapeuten und deren fachliche Kompetenz. 197 Beschwerden gingen dazu allein im Haus ein, dazu 93 bei den Patientenfürsprechern – macht insgesamt 290 Klagen! An zweiter Stelle folgt der Ärger über die Information und Kommunikation in den Kliniken, etwa bei Gesprächen zwischen Arzt und Patienten oder bei Visiten. Zudem beklagten die Patienten die interne Organisation in den Häusern, vor allem lange Wartezeiten und die mangelnde Koordination verschiedener Abteilungen.

Am Donnerstag wird der Bericht in der Sitzung des Gesundheitsausschusses vorgelegt. So schnitten die Kliniken im Einzelnen ab:

Thalkirchner Straße

26 Patientenkontakte zählten die Patientenfürsprecher im vergangenen Jahr. Am häufigsten wurden Defizite in der internen Organisation (6 Beschwerden) und der Information/Kommunikation (5 Beschwerden) des Krankenhauses beklagt.

Schwabing

95 Patienten beschwerten sich 2012 bei den Fürsprechern in Schwabing. Am meisten Probleme gab es bei der Ínformation und Kommunikation (36 Beschwerden) und der Aufnahme (31 Beschwerden), vor allem wegen der langen Wartezeiten.

Neuperlach

Am Klinikum Neuperlach bearbeiteten die Patientenfürsprecher 26 Beschwerden, vor allem zur internen Organisation (11 Beschwerden). In der Tagklinik der Onkologie häuften sich die Beschwerden über lange Wartezeiten.

Harlaching

113 Mal hatten die Fürsprecher in Harlaching Kontakt zu Patienten. Beschwerden gab’s vor allem bezüglich der medizinisch-pflegerischen Versorgung (21 Beschwerden) und der mangelhaften Information und Kommunikation (13 Beschwerden).

Bogenhausen

93 Patienten wandten sich in Bogenhausen 2012 an die Patientenfürsprecher. 33 Mal gab es Ärger wegen der medizinisch-pflegerischen Versorgung, außerdem bemängelten sie die Information und Kommunikation (21 Beschwerden).

C. Meyer

 Die Kritik an den Kliniken im Überblick

Beschwerden über … … im Haus … bei den Fürsprechern
medizinische Versorgung (u.a. fachliche Kompetenz, Therapie) 197 93
Information/Kommunikation (u.a. Visite, Gespräche, Betreuung) 168 80
interne Organisation (Tagesablauf, Wartezeiten) 128 59
Würde (u.a. Wahrung der Intimsphäre, Verständnis, Zuwendung) 109 21
Ausstattung (u.a. Telefon, TV, Geschäfte, Parkmöglichkeit) 59 34
Essen (u.a. Geschmack, Temperatur, Abwechslung) 59 17
Hygiene (u.a. Personalhygiene, Hygiene bei Infusionen) 59 8
Sonstiges 49 34
Entlassung (u.a. Absprache, Arztbrief, Zeitpunkt) 49 21
Abrechnung 39 8
Aufnahme (u.a. Begrüßung, Wartezeit, Organisation) 30 39
Reinigung 20 13
Service (u.a. Patientenbroschüren, Rauchen) 10 4
Quelle: tz-Berechnung auf Angaben des Gesundheitsreferats, Werte gerundet

 

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