Am Tierpark Hellabrunn

Kommentar: Mehr Geld für den ÖPNV als fürs Parkhaus

Die Stadt hat die Planungen für das Tierpark-Parkhaus vorerst gestoppt. Rathaus-Reporter Sascha Karowski kommentiert. 

Der Streit um ein Zoo-Parkhaus offenbart ein Problem, an dem München nicht vorbeikommen wird: Fördert die Stadt den Individualverkehr oder den ÖPNV? Dass München bereits ein Problem mit Abgasen hat, sollte bekannt sein. Ein Parkhaus zöge aber unweigerlich auch mehr Autos in die Viertel – und zwar von außerhalb. Denn die Münchner fahren größtenteils bereits öffentlich oder mit dem Rad in den Zoo. Die Situation für die Anwohner könnte sich mit einem Parkhaus verschlimmern. Zudem wird das Gebäude selbst in abgespeckter Form Geld kosten. Und die Ausgaben müssen refinanziert werden. 

An besucherstarken Tagen sind die Parkplätze voll, das ist klar. Aber nach wie vor unklar ist, ob ein Neubau überhaupt rentabel ist. Belastbare Aussagen gibt es dazu nicht. Und bevor nun Aufsichtsrat und Stadtpolitik einem teuren Neubau zustimmen, sollte auch abgewartet werden, wie sich der neue Express-Bus X98 auswirkt. Das Shuttle fährt ab Samstag an besucherstarken Tagen vom Hauptbahnhof zum Tierpark. Damit erweitert die Stadt das Angebot neben den zwei Pendler-Parkplätzen, U-Bahn- und bestehendem Bus-Anschluss. Und vielleicht wird das Parkhaus durch die Stärkung des ÖPNV gänzlich obsolet – was angesichts der dicken Luft sicher nicht das Schlechteste wäre.

Lesen Sie hier den aktuellen Bericht zum Thema: Wegen Naturschutzgebiet - Stadt stoppt Parkhaus am Tierpark

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