Lärmschutz! Diese Wand spaltet Untergiesing

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Mammutprojekt aus Stahl: Die Bahn plant eine metallene 1,1 Kilometer lange Lärmschutzwand, wie sie in dieser Simulation am Giesinger Berg zu sehen ist

München - Eine 1,1 Kilometer Wand als Schallschutz mitten im Viertel - ein Münchner Mammutprojekt steht an: Wie Hallo München berichtet, plant die Deutsche Bahn (DB) einen Lärmschutz an den Gleisen zwischen Giesinger Berg und Hans-Mielich-Platz.

 Die Stadtgestalter gehen auf die Barrikaden. Die kilometerlange Konstruktion aus Stahlrohren nehme eine „unangemessen aufdringliche Präsenz im Straßenraum“ ein und bringe „gravierende stadtgestalterische Auswirkungen“ mit sich, heißt es im Prüfungsbericht der Stadt.

Auch der Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching ist besorgt: Die Mitglieder befürchten einen Schallschutz, der das Viertel wie eine Mauer zerschneidet. Besser wäre eine Wand aus Glas, die weniger dominant im Viertel steht: „Nach der gelungenen Umgestaltung des Hans-Mielich-Platzes mit der unter Ensembleschutz stehenden Häuserzeile würden diese Betonmauern die architektonische Gestaltung des Platzes deutlich entwerten“, heißt es in einer Stellungnahme des Bezirksausschusses.

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Aber nicht nur den Hans-Mielich-Platz betrifft das Mega-Projekt aus Stahl: Auch die Bahnbrücken an der Pilgersheimer Straße und am Giesinger Berg sollen die selben Metallrohre erhalten. „Das geht nicht. Da müssen individuelle Lösungen her“, sagt Walter Zöller (CSU), Stadtrat und Mitglied der Stadtgestaltungs-Kommission.

„Die vorgesehene Röhren-Konstrukte genügen den gestalterischen Ansprüchen nicht. Wir waren einhellig der Meinung, dass uns die Entwürfe der Bahn nicht überzeugen.“ Die DB hält jedoch dagegen: Die präsentierte Form sei nötig, da auf den Brücken - direkt an den Gleisen selbst -  kein Platz sei, die Schallschutzwände zu befestigen. Außerdem sei die Lärmsanierung eine freiwillige Maßnahme, die vom Bund gefördert werde. „Vorgesehen sind dafür lediglich Alukonstruktionen. Will die Kommune mehr, muss sie das selbst bezahlen“, sagt ein Bahn-Sprecher.

Lärmschutz oder Ästhetik - um beides zu vereinen, schlägt die Kommission für Stadtgestaltung jetzt einen Architekten-Workshop vor. So wollen die Stadtgestalter in spätestens einem halben Jahr eine bessere Lösung finden. „Da sich die Bahn freiwillig um den Schallschutz kümmert, darf man sich nicht zu viel Zeit lassen, den Plan umzusetzen“, sagt Clemens Baumgärtner, Viertelchef in Untergiesing. Er findet die Konstruktion zwar nicht schön, aber technisch richtig. Die BA-Mitglieder haben beschlossen, dass die Wände im Bereich der Brücken mit Glas ausgestaltet werden sollen. Sichtbeziehungen sollen so erhalten bleiben.

IST/KK

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