Grausame Bluttat in Giesing

Lebenslang für Rachemord an Ehefrau

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Taifoun A. erstach seine Ehefrau Sampre B. vor der Haustür in der Reginfriedstraße.

München - Weil er seine Ehefrau Sampre B. (29) am 14. Oktober 2013 vor ihrer Haustür kaltblütig erstochen hat, muss Taifoun A. (35) lebenslänglich ins Gefängnis.

Sein Geständnis brachte ihm am Ende nichts: Taifoun A. (35) muss lebenslänglich ins Gefängnis! Der arbeitslose Grieche hatte seine Ehefrau Sampre B. (29) am 14. Oktober 2013 mit einem Küchenmesser vor ihrer Haustür in der Reginfriedstraße kaltblütig erstochen. Sie wollte ihn verlassen und beide gemeinsamen Kinder mitnehmen.

Weil der Vorsitzende Richter Michael Höhne auch die besondere Schwere der Schuld feststellte, hat Taifoun A. auch nach 15 Jahren keine Chance auf eine vorzeitige Haftentlassung. „Der Angeklagte hat insgesamt fünf Mal auf sein Opfer eingestochen. Dabei durchstieß er sogar Kochen, das Messer blieb am Ende in der Wirbelsäule stecken – ein Beleg für die Brutalität des Mordes“, sagte Höhne. Taifoun A. nahm das Urteil regeungslos hin, nur ab und zu kniff er seine Augen zusammen.

Zum Prozessauftakt hatte er ein vollumfängliches Geständnis abgelegt, entschuldigte sich für seine schreckliche Tat aber nur pauschal. Richter Höhne: „Es waren keine Anzeichen von Reue zu erkennen. Er wollte seine Ehefrau vernichten.“ Nach Auffassung des Gerichts handelte A. besonders heimtückisch. Taifoun A. betonte beim Prozessauftakt, er habe die Tat im Affekt begangen und seine Frau mit dem Messer nur einschüchtern wollen. Für das Gericht war das jedoch wenig glaubhaft. Höhne: „Er hat seinem Opfer aufgelauert und dabei seine Wehrlosigkeit ausgenutzt.“

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A. schuf ein Klima der Angst, sah Sampre als sein Eigentum. Völlig eingeschüchtert brach die junge Mutter sämtliche sozialen Kontakte ab, traute sich nicht einmal mehr aus der Wohnung. Im Juni 2013 zeigte sie ihren Mann wegen häuslicher Gewalt an, wandte sich an die Einrichtung „Frauen helfen Frauen“. Kurz darauf erließ das Amtsgericht ein Kontaktverbot, woraufhin Taifoun A. die gemeinsame Wohnung verlassen musste. Ihr späterer Mörder bedrohte sie aber weiter. Die Polizei gewährte Sampre sogar für eine Woche Personenschutz, hob die Bewachung aber am 7. Oktober 2013 wieder auf. Eine Woche später war die 29-Jährige tot.

Johannes Heininger

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