Bündnis für bezahlbares Wohnen

Luxussanierung gestoppt: Einigung mit GBW

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Die GBW-Mieter Maximilian Heisler und Nachbarin Cornelia Poschner aus der Konradinstraße.

München - Das hat bislang noch niemand geschafft – und es könnte ein Modellprojekt nicht nur in München sein: Dem Bündnis für bezahlbares Wohnen ist es gelungen, die Luxussanierung einer Wohnanlage in Untergiesing zu verhindern.

In zähen Verhandlungen gelang es den Mieterschützern, die GBW zu einer „smarten“ Modernisierung zu überreden.

Die Aufregung war groß in der Konradinstraße, als die Mieter dort vorigen Herbst von einer geplanten „Vollsanierung“ erfuhren, wie es die GBW nannte. Neue Balkone, Wärmedämmung, neue Fenster – und das alles für künftig monatlich 150 bis 200 Euro mehr pro 50- bzw. 70-Quadratmeter-Wohnung. Für die zum Teil betagten Mieter ein Unding. Viele fürchteten, sich ihre Wohnungen künftig nicht mehr leisten zu können bzw. schon während des Umbaus ausziehen zu müssen.

Auch Maximilian Heisler (26), Student und Vorsitzender des Bündnisses für bezahlbares Wohnen, wäre als Mieter von der Sanierung betroffen. Die tz berichtete mehrfach über den Fall. Der Bezirksausschuss forderte quer durch die Parteien die Stadt auf, der GBW das Haus abzukaufen. Es folgten zähe und hartnäckige Verhandlungen des Bündnisses mit der GBW. Das Ergebnis: Die GBW will die Anlage nun „smart“ sanieren!

Mieterhöhungen werden individuell ausgehandelt

GBW und Mieter setzten sich zusammen, und es wurde ein gemeinsamer Maßnahmenkatalog beschlossen. So werden einige Bäume erhalten, die weg sollten. Flächenverluste durch Wärmedämmung sollen durch größere Balkone ausgeglichen werden, deren Kosten werden nicht auf die Mieter umgelegt.

Die Fenster werden zeitversetzt ausgetauscht, sodass die Mieter von Zimmer zu Zimmer ausweichen und nicht ausziehen müssen. Sieben sozial oder gesundheitlich problematische Mietparteien bekommen während der Bauzeit die Miete erlassen, Mieterhöhungen werden individuell ausgehandelt, damit niemand nach der Sanierung ausziehen muss.

„Wir freuen uns, dass wir einen Kompromiss gefunden haben, mit dem alle leben können“, so GBW-Chef Dr. Claus Lehner. Max Heisler: „Das Bündnis bezahlbares Wohnen bedankt sich für die fairen Gespräche.“ Weitere Infos unter: www.bezahlbares-wohnen.de

Johannes Welte

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