Diebe melden sich

Menterschwaige: Biergarten-Maibaum geklaut

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Der Vorsitzende des Maibaumvereins Menterschwaige, CSU-Stadtrat Dr. Reinhold Babor, vor den zurückgelassenen Holzböcken.

München - Drei Tage lang bangte der Maibaumverein Menterschwaige um seinen gestohlenen Maibaum – nun haben sich die Diebe endlich gemeldet. Und haben kuriose Details zu ihrem nächtlichen Coup verraten.

Für Maibaumvereine immer ein Ärgernis: Ihr neuer Maibaum wird von einem anderen Verein gestohlen. Doch üblicherweise melden sich die Diebe wenigstens sofort, um die Auslösung zu verhandeln – nicht so beim Maibaumverein Menterschwaige: In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde ihr Baum geklaut, doch das ganze Wochenende lang meldete sich niemand.

Der Vorsitzende des Vereins, CSU-Stadtrat Dr. Reinhold Babor, machte sich schon Sorgen. Er bitte darum, "dies umgehend nachzuholen, da die Bearbeitung des Rohlings viel Zeit braucht", sagte er der Bild-Zeitung. Am Montagabend wurde er erlöst: Der Burschenverein Taufkirchen rief bei ihm an und erzählte ihm, warum der Diebstahl fast schief gegangen wäre.

Der Diebstahl hätte leicht verhindert werden können

Der Vorsitzendes des Burschenvereins erzählte Babor, wie gleich 40 Burschen zum Lagerplatz des Baumes im Biergarten Menterschwaige gefahren seien. Mit so viel Burschenkraft konnten sie den Baum entsprechend schnell wegtragen – und doch wäre fast alles gescheitert. Von einer Feier in der Nähe seien einige Gäste am Biergarten vorbeigekommen, erzählten sie. 

Dr. Reinhold Babor beim Lagerplatz des Baumes im Biergareten.

Der Stadtrat ärgert sich etwas: „Wenn einer der Zuschauer einfach eine Hand auf den Baum gelegt und gesagt hätte ‚Der Baum bleibt hier‘, wäre die Aktion zu Ende gewesen.“ Das wussten auch die Burschen, schließlich sind das die offiziellen Maibaumregeln.

Babor: „Der Vorsitzende sagte mir, dass sie die ganze Zeit Angst gehabt hätten, dass einer die Worte ausspricht.“ Doch offenbar wussten die Passanten nichts vom Maibaumbrauch oder sie kamen nicht aus Harlaching und fühlten sich nicht verantwortlich – eigentlich sind nämlich alle Bewohner eines Ortes dazu aufgerufen, ihren Maibaum zu schützen.

Der Baum ist in guten Händen

Ist Babor wieder versöhnt, obwohl sich die Burschen so lange Zeit ließen? „Die wollten es spannend machen“, lacht er. Also Ende gut, alles gut? „Es fallen halt Mehrkosten an für die Auslöse“, sagt Babor. Schweinsbraten und Bier für 40 durstige und hungrige Burschen, das geht ins Geld.

Das gehöre aber zum Brauch dazu, er sei vor allem froh, dass der Baum in guten Händen ist: „Der Burschenverein hat einen eigenen Maibaum, die haben auch für unseren Baum alles erforderliche schon aufgebaut“, sagt Babor.

Bei der Auslöseverhandlung hat der Stadtrat deswegen festlegen lassen: Der Baum wird von den Burschen in Taufkirchen fertiggemacht und am 23. April in die Menterschwaige geliefert.

Was die Burschen über ihren Coup sagen, lesen Sie hier.

LKU

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