Beziehungstragödie in München

Vor gemeinsamer Wohnung in Harlaching: Mann ersticht seine Ehefrau

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Am Freitagmittag wirkt alles so friedlich: Vor diesem Haus ereignete sich am frühen Morgen die Bluttat. 

Am frühen Freitagmorgen endete eine Ehe in einer Tragödie. Eine Kroatin wurde von ihrem Mann erstochen. 

UPDATE: So starb Marina B. 

Wie so oft am frühen Morgen verließ Marina B. (43) auch am Freitag ihre Wohnung in der Naupliastraße in Harlaching, um zu Fuß Richtung U-Bahnhof Mangfallplatz zu gehen. Doch gestern kam sie dort nicht an. Um 4.15 Uhr hörten Anwohner auf der Straße einen lauten Streit zwischen Marina B. und einem Mann. Kurz darauf schrie die Frau entsetzlich. 

Die Anwohner fanden sie schwerst verletzt auf dem Gehsteig. Doch alle Hilfe kam zu spät. Die Polizei nahm Marinas Ehemann Josip B. (43) unter dringendem Tatverdacht fest. Über Motiv und Hintergründe der Tat machte die Polizei am Freitag keinerlei Angaben. Das kroatische Ehepaar B. lebte schon seit vielen Jahren in München. Erst Anfang November waren die zwei mit einem ihrer drei erwachsenen Söhne ins oberste Stockwerk des Wohnhauses in der Naupliastraße eingezogen. Josip B. ist handwerklich offenbar sehr geschickt und renovierte selbst. Oft sahen ihn die Nachbarn mit seinem weißen Lieferwagen vorfahren und allerhand Werkzeug in die großzügig geschnittene Wohnung mit dem hellen Parkettboden tragen. 

Am Vorabend des Mordes hatten die Nachbarn Alfredo Z. (52) und seine Frau Angela M.(32) die dunkelhaarige Kroatin noch um 18 Uhr im Treppenhaus getroffen. Beide standen am Freitag noch unter Schock: „Wir haben uns noch nicht so gut gekannt, aber immer begrüßt. Das war so eine nette Frau, ebenso ihre ganze Familie. Wir haben niemals einen Streit gehört. Man kann sich das alles gar nicht vorstellen.“ 

Und doch muss in der Familie ein gefährlicher Konflikt geschwelt haben, der Freitagfrüh etwa 200 Meter vom Wohnhaus der B.’s entfernt eskalierte. Als Polizei und Notarzt eintrafen, lag Marina B. sterbend auf dem kalten Boden. Auch ihr Mann stand kreideweiß und stumm am Tatort. Das blutbefleckte Messer lag ganz in der Nähe. Das Szenario sprach Bände. Noch am Tatort wurde Josip B. festgenommen, während der Notarzt mit seiner Frau unter laufender Reanimation ins Krankenhaus raste. Doch dieser Wettlauf war nicht zu gewinnen. Marina B. starb kurz nach ihrer Einlieferung in der Klinik. Schon am Tatort hatte ihr Herz nicht mehr geschlagen. 

Josip B. wird am Samstag dem Haftrichter vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft München I hat bereits Haftbefehl wegen Mordes beantragt. Zurück bleibt eine zerstörte, tief verzweifelte Familie. Angehörige und Freunde versammelten sich am Freitag am Tatort und lagen sich weinend in den Armen. Das genaue Motiv ist noch unklar. Offenbar stand eine Trennung im Raum – auch weil Josip B. viel getrunken haben soll. Die Tatwaffe wird im Kriminallabor genau untersucht. Weitere Ergebnisse wird die Mordkommission in den nächsten Tagen bekannt geben

Dorita Plange, Johannes Heininger

Erstmeldung:

München - Zu einer schrecklichen Beziehungstat kam es am frühen Freitagmorgen in Harlaching. Ein Zeuge rief die Polizei über Notruf an. Er hatte beobachtet, wie ein Mann auf der Naupliastraße eine Frau mit einem Messer attackiert hatte. 

Tatsächlich entdeckten die Beamten eine auf der Straße liegende schwer verletzte Frau. Die 43-jährige Kroatin blutete aus mehreren Stichwunden an ihrem Körper. Daneben stand ihr Ehemann (ebenfalls 43). Die lebensbedrohlich Verletzte wurde schnellstmöglich in ein Krankenhaus gebracht. Schon während des Transports versuchten die Ärzte sie zu reanimieren. In der Klinik verlor die in München wohnende Frau jedoch den Kampf um ihr Leben, ihre Verletzungen waren zu schwerwiegend.

Der Tatort im roten Kreis

Die Polizei nahm ihren Ehemann fest. Es ist von einer Beziehungstat auszugehen. Auch das mutmaßliche Tatmesser konnte sichergestellt werden. Die Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen und befragt Zeugen. Zum Tathergang und dem Motiv sind bislang noch keine Hintergründe bekannt. 

Nach Informationen unserer Redaktion hinterlässt die Frau zwei erwachsene Söhne, offenbar die gemeinsamen Kinder des Ehepaares. 

Zeugen sollen sich beim Kommissariat 11 unter der Telefonnummer 089/29100 melden. 

mm/tz

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