Innovatives System geplant

Schulleiterin will dreiste Eltern erziehen: „Kinder schämen sich zum Teil“ - Chaos jeden Morgen

+
Erstklässler auf ihrem Weg in die Grundschule. (Symbolfoto).

Einer Schulleiterin in München wurde das tägliche Verkehrs-Chaos durch Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, zu viel. Ein neues System soll nun helfen, dass mehr Kinder zu Fuß gehen.

München - Es ist jeden Morgen dasselbe an der Rotbuchen-Grundschule in Harlaching: Kurz vor Unterrichtsbeginn quetschen sich in der engen Straße Am Hollerbusch zig Autos an Bussen vorbei, immer wieder stockt der Verkehr. Mittendrin: Mädchen und Buben, die sich durch die Blechlawine zwängen. Jetzt hat die Schulleiterin genug von diesem gefährlichen Eltern-Taxi-Chaos. Sie will, dass mehr Kinder zu Fuß zur Schule gehen und hat sich auch ein Belohnungs-System einfallen lassen… 

Verkehrschaos herrscht jeden Morgen an der Rotbuchen-Grundschule. Elternautos und die Schulbusse drängen sich Am Hollerbusch.

Mit einer Smiley-Aktion und einer neuen „Pfiati-Bussi-Zone“ startet diese Woche die Offensive „Mehr Sicherheit und mehr zu Fuß“ für die 700 Harlachinger Schüler. „Wir wollen an die Kinder appellieren, die sich zum Teil dafür schämen, dass ihre Eltern täglich mit dem Auto vorfahren und oft rücksichtslos direkt im absoluten Halteverbot stehen“, sagt Schulleiterin Ulrike Winter. „Die Sicherheit der Kinder und mehr Bewegung zu Fuß ist mir eine Herzensangelegenheit.“ So habe man mit dem Elternbeirat eine Lösung gegen diesen morgendlichen Wahnsinn gefunden, die den Stress für alle, besonders auch für die Eltern, rausnimmt.“ 

Kinder sollen das letzte Stück laufen

Die Idee: Statt einmal ganz um den Hollerbusch entlang der Einbahnstraßen kurven zu müssen, könnten Eltern ihre Kinder viel sicherer und bequemer in der nahen Säbener Straße absetzen. „Hier hinter dem Zebrastreifen ist freier Platz für eine neue Pfiati-Kurzparkzone. Dann folgt ein sicherer Fußweg bis zur Rotbuchenschule“, erklärt Michael Schwabe aus dem Elternbeirat. Der Polizeihauptkommissar und Vater zweier Kinder hat die Schulaktion eng mit dem Polizeikontaktbeamten Werner Staude abgestimmt. „Wir werden hier Präsenz zeigen und die Eltern, zunächst auf freiwilliger Basis, zum Umdenken bringen.“ Die Schule hat einen sehr großen Einzugsbereich, vom Mangfallplatz bis zur Stadtgrenze an der Großhesseloher Brücke. 

Video: Sicher auf dem Schulweg?

„Wir wollen die Eltern über die Kinder erziehen“

Übrigens: In der Aktionswoche wird es grüne Klebepunkte für alle Schüler geben, die zu Fuß oder mit Roller oder Radl kommen, auch der Fußweg zum Schulbus zählt. Mit all diesen grünen Punkten soll ein trauriges, rotes Gesicht auf der Wand am Schulhof überklebt und zu einem grünen, lachenden Smiley werden. „Wir wollen die Eltern über die Kinder erziehen - schlussendlich sollen die Eltern über ihr Verhalten nachdenken“, erklärt Ulrike Winter.

Lesen Sie auch:

Münchnerin verliert unglaubliche 120 Kilo - Jetzt ist sie kaum mehr wiederzuerkennen

Beliebte Münchner Bäckerei plötzlich deutlich teurer: Der Grund ist heikel

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Münchner (50) soll 17-Jährige nach Wodka-Umtrunk in Kindergarten vergewaltigt haben
Münchner (50) soll 17-Jährige nach Wodka-Umtrunk in Kindergarten vergewaltigt haben
MVG-Kracher: Kommt das Kombi-Ticket nach München?
MVG-Kracher: Kommt das Kombi-Ticket nach München?
Amateurfußball in München: Torwart (43) mit unfassbarem Ausraster - Verein mit drastischer Maßnahme
Amateurfußball in München: Torwart (43) mit unfassbarem Ausraster - Verein mit drastischer Maßnahme
Dramatische Rettung: Schwer verletzter Bauarbeiter steckt über eine Stunde mit Fuß in Maschine fest
Dramatische Rettung: Schwer verletzter Bauarbeiter steckt über eine Stunde mit Fuß in Maschine fest

Kommentare