Stadt muss riesigen Zuschuss zahlen

Münchner Tierpark Hellabrunn droht Pleite! Millionen-Loch und Debatte über Eintrittspreise

Der Tierpark Hellabrunn macht Verluste, werden jetzt die Ticketpreise angehoben?
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Der Tierpark Hellabrunn macht Verluste, werden jetzt die Ticketpreise angehoben?

Steigen in Hellabrunn die Ticketpreise? Genau darüber soll der Aufsichtsrat Ende November entscheiden. Denn finanziell geht es dem Zoo schlecht, die Stadt wird rund 5,6 Millionen Euro Zuschuss zahlen müssen.

München - Über dem Tierpark schwebt der Pleitegeier: Wegen der durch die Pandemie notwendigen Schließungen hat der Zoo Hellabrunn kaum Einnahmen generiert, im Haushalt klafft daher auch in diesem Jahr eine Lücke. Der Stadtrat soll am Dienstag einer Finanzhilfe von rund 5,6 Millionen Euro zustimmen. Ob die Ticketpreise künftig angehoben werden, entscheidet der Aufsichtsrat Ende November.

Aufgrund der weltweit ausgebrochenen Corona-Pandemie musste der Tierpark zwischenzeitlich schließen. Als der Zoo wieder öffnen durfte, gelang dies nur mit umfangreichen Auflagen und einer Begrenzung der Besucherzahl. Über einen längeren Zeitraum gab es ausschließlich Online-Ticketing, geschlossene Tierhäuser und Testpflicht. Seit 6. September darf der Tierpark unter Beachtung der 3G-Regelung wieder normal öffnen. Doch um die Verluste auszugleichen, reicht das nicht.

Finanznot: Hellabrunn schließt Fledermausgrotte und beerdigt Parkhaus-Pläne

Hellabrunn erwirtschaftet seine Umsatzerlöse in den Monaten März/April bis Mitte September. Wegen eben der Beschränkungen und auch wegen des mitunter schlechten Wetters war dem Zoo auch 2021 kein kostendeckender Betrieb möglich. Bereits vergangenes Jahr hatte der Stadtrat einen Zuschuss bewilligt, um die Fehlbeträge auszugleichen.

Zwar hatte der Tierpark in den Jahren 2017 und 2018 Gewinne erwirtschaftet, allerdings sind diese Rücklagen, etwa für Bauprojekte wie die Polarwelt, aufgebraucht. Der Zoo hat bereits Ausgaben reduziert. So wurden Sanierungen auf unbestimmte Zeit verschoben (Kea-Anlage), die Fledermausgrotte wurde geschlossen. Das Projekt „Begrüntes Parkdeck Siebenbrunner Straße“ hat man gleich vom Tapet genommen.

Verwaltung: „Tierpark muss Erlössituation verbessern“

Die Verwaltung geht dennoch davon aus, dass Hellabrunn unter den aktuellen Bedingungen in den nächsten Jahren auch keine nennenswerten Überschüsse wird erwirtschaften können. „Um den Tierpark dauerhaft in seiner jetzigen Art zu erhalten muss – insbesondere vor dem Hintergrund permanent steigender Fixkosten – die Erlössituation verbessert werden“, heißt es wörtlich in einer nicht-öffentlichen Vorlage, die unserer Zeitung vorliegt.

Will heißen: Die Eintrittspreise müssten erhöht werden, andernfalls wäre der Tierpark auch künftig auf Zuschüsse der Stadt angewiesen. Das Thema ist nicht so trivial. Zwar ist Münchens* Tierpark bei Zoos vergleichbarer Größe im deutschsprachigen Raum der preisgünstigste Zoo. Aber laut Satzung muss er „volkstümliche Eintrittspreise“ bieten. Der Aufsichtsrat soll am 24. November entscheiden, ob die Ticketpreise angehoben werden. - *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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