Hubschrauberlandeplatz geplant

„Beginn einer neuen Ära in München“: Grundstein für 255-Millionen-Komplex gelegt

Das Neubauprojekt München Klinik Harlaching.
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So soll das Neubauprojekt München Klinik Harlaching aussehen.

Pro Jahr rund 78.000 Patienten, mehr als 2000 Geburten – das Klinikum Harlaching ist eine wichtige Säule der Münchner Daseinsvorsorge. Am Mittwoch wurde nun der Grundstein für einen hochmodernen Neubau gelegt.

München - Das Bauloch ist durchaus imposant. Die Investitionssumme für den fünfgeschossigen Komplex mit 550 Betten ebenfalls. Sie beträgt 255 Millionen Euro, 164 Millionen Euro steuert der Freistaat der Stadt bei. Zur Grundsteinlegung war neben Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) auch der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) gekommen. Er sprach vom „Beginn einer neuen Ära der akutstationären Versorgung in München“.

Klinikum München-Harlaching: Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach in Planung

In dem Neubau werden alle Zentren, die aktuell in verschiedenen Gebäuden auf dem Klinikareal angesiedelt sind, zusammengefasst. Zum Beispiel Stationen für Patienten mit komplexen Krebserkrankungen. Weitere wichtige Versorgungsbereiche wie die Traumamedizin, Schlaganfallversorgung, Geburten und Kindermedizin sowie Altersmedizin werden gezielt ausgebaut. Außerdem wird ein Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach eingerichtet, um Schwerverletzte so schnell wie möglich in den Operationssaal oder in den Schockraum bringen zu können. Rund 30.000 Notfallpatienten werden pro Jahr in Harlaching versorgt. In der neuen Klinik soll es überdies Dachterrassen geben, auf denen die Mitarbeiter mit Blick ins Grüne ihre Pause machen und auch Patienten „frische Luft schnappen“ können.

OB Dieter Reiter (SPD), Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) und Klinik-Chef Axel Fischer.

In Münchner Klinikum wurden bisher 500 Covid-19-Patienten behandelt

OB Reiter, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der München Klinik, hob in seiner Rede vor allem den Einsatz der Beschäftigten hervor: „Die Pandemie hat uns gezeigt, worauf es in der Gesundheitsversorgung ankommt, nämlich auf die Menschen an der Basis.“ Pflegekräfte und Ärzte seien gerade in der Corona-Krise an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht worden. In Harlaching wurden bis dato 500 Covid-19-Patienten behandelt.

So verlasen am Mittwoch (14. Juli) Mitarbeiter aus Medizin und Pflege ihre Wünsche an den Neubau und platzierten diese danach im Grundstein. Sabrina Weigel, Stationsleiterin der Frühchenstation, sagte: „Ich wünsche mir vor allem zufriedenes Pflegepersonal, das unter guten Arbeitsbedingungen arbeiten kann und ein Gehalt bekommt, das in Relation zu ihrer Verantwortung steht.“ Sie hoffe, dass die Politik dafür die richtigen Rahmenbedingungen schaffe.

Klinikum Harlaching: Neubau soll 2024 eröffnet werden

Axel Fischer, Geschäftsführer der München Klinik, betonte am Mittwoch: „Die Pandemie diktierte größtenteils nicht nur den Betrieb auf unseren Intensivstationen. Sie hat alle Prozesse in unserer Klinik verändert – und natürlich auch auf dieser Großbaustelle.“ Trotzdem sei man in Harlaching weiterhin im Bau- und Zeitplan. Reiter bezeichnete die Grundsteinlegung als einen wichtigen Schritt der Neuausrichtung der München Klinik, „eines der größten Zukunftsprojekte im deutschen Gesundheitswesen überhaupt.“

Imposante Baugrube: Hier entsteht der Neubau des Klinikums Harlaching, das alte Haupthaus weicht einer Parklandschaft.

Die Stadt investiert in den nächsten Jahren rund eine Milliarde Euro in Neubauten und Modernisierungsmaßnahmen der Klinikstandorte Bogenhausen, Schwabing, Neuperlach und Harlaching. Vor allem beim Neubau des Klinikums Bogenhausen sind die Kosten erheblich von 395 auf 490 Millionen Euro angewachsen. Die geplante Eröffnung dort verzögert sich bis zum Jahr 2024. Mit über 1000 Betten soll Bogenhausen auch in Zukunft das größte Krankenhaus der München Klinik sein. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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