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Krach ums Hexenhäusl, doch die Politik verteidigt das Giesinger Kulturcafé

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Von: Vincent Suppé

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Um das Gans Woanders ist ein Lärmstreit entbrannt.
Um das Gans Woanders ist ein Lärmstreit entbrannt. © Sigi Jantz

Wenn Nachbarn sich gestört fühlen, gibt‘s leicht Krach. Der Lärm, der angeblich durch das Giesinger Kulturcafé „Gans Woanders“ entsteht, stößt einem Beschwerdeführer so auf, dass jetzt ein Mediationsgespräch angeboten werden soll.

Beschwerden wegen Lärms bei Konzerten oder in Gaststätten – sie sind in den Sitzungen der Münchner Bezirksausschüsse (BA) an der Tagesordnung. Statt die Veranstalter zu rüffeln, ist in Giesing aber nun das Gegenteil passiert: Im Krach ums Hexenhäusl steht der BA voll hinter den Gastronomen.

München: Bezirksausschuss steht voll hinter den Gastronomen

Anwohner hatten sich über den Lärm im Kulturcafé Gans Woanders an der Pilgersheimerstraße beschwert. Dabei bemühten sich die Gastronomen längst um ein friedliches Zusammenleben: Laut Gans-Woanders-Betreiber Julian Hahn hätten die Anwohner die Handynummern der Betreiber und könnten sich bei Problemen melden. Das Programm sei auf drei bis vier Tage pro Woche readuziert worden und ende meist um 21 Uhr. Auch Schallmessungen rund ums Hexenhäusl gebe es, eine neue Isolierung sei geplant. Kosten: 14 000 Euro! Es gebe sogar eine Abmachung mit den Musikern: kein Schlagzeug, keine Blasinstrumente, keine Verstärker. Trotzdem nun die Beschwerde…

Betreiber Julian Hahn.
Betreiber Julian Hahn. © Sigi Jantz

„Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Gastronom schon einmal so stark auf die Anwohner eingegangen ist“, sagte BA-Frau Melanie Kieweg (Bündnis fürs Viertel) dazu. Auch Ludwig Sporrer (Grüne) kann die Lärmbeschwerden nicht nachvollziehen. „Ich habe erfahren, dass auf dem Balkon der Beschwerdeführer die Musik gar nicht messbar ist.“ Die Bahnlinie, Baustellen und der Auer Mühlbach seien deutlich lauter. Seine Empfehlung an das Gans-Woanders-Team: „Nehmt die Beschwerden ernst, aber schränkt euch nicht zu stark ein. Ihr seid eindeutig unter den gesetzlichen Grenzwerten.“

Initiative „Allparteiliches Konfliktmanagement in München“ soll nun vermitteln

Kultur braucht Raum – darin war sich der BA einig. „Das Hexenhäusl spielt eine wichtige Rolle bei der Vernetzung der Generationen“, findet Kieweg. Auf Vorschlag der Betreiber soll die Initiative „Allparteiliches Konfliktmanagement in München“, kurz Akim, nun vermitteln. Zusammen mit dem Kultur- und dem Sozialausschuss des BA könnte man ein Mediationsgespräch anbieten. Ob das eine Lösung bringt, bleibt abzuwarten. Denn: Alle beteiligten Parteien müssen freiwillig daran teilnehmen. Vincent Suppé

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