O’zapft is am Giesinger Berg

Giesinger Bräu hat jetzt sein eigenes Stüberl

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Hier zapft Steffen Marx stolz ein frisches Giesinger Bräu.

München - 2006 begann aus einer Bierlaune heraus eine Münchner Erfolgsgeschichte, die jetzt ihren Höhepunkt fand: Steffen Marx schenkt in seinem Giesinger Bräustüberl sein selbstgebrautes Bier aus.

Tief in der Nacht saß Steffen Marx ganz hinten in seinem neuen Stüberl. Auf den Tischen standen leere Biergläser, auf den Holztellern lagen Kabanossi-Reste, Käse, Schinken. Marx war sehr glücklich nach dem allerersten Abend in der neuen Heimat seiner Giesinger Brauerei. Endlich hieß es: O’zapft is auf dem Giesinger Berg.

Steffen Marx macht sein Giesinger Bräu selbst.

Nach fast drei Jahren Planung schlug die Heilig-Kreuz-Kirche schräg vis-a-vis am Mittwochabend sieben Mal, als in der Martin-Luther-Straße 2 das erste Bier floss. Eine erste kleine inoffizielle Eröffnungsparty, aber schon ein großer Grund zum Feiern. Der Höhepunkt einer Münchner Erfolgsgeschichte, die 2006 begann, aus einer Bierlaune heraus. Damals hatte Steffen Marx über einer kühlen Mass im Hirschgarten die Gründung einer eigenen Brauerei beschlossen. So baute er in einer Garage in der Birkenau in Untergiesing ein Bier-Laboratorium, für 200 Hektoliter im Jahr.

Die Münchner aber kamen auf den Geschmack, schnell war Marx an der Produktionsgrenze, mehr als 1900 Hektoliter brauen, das ging nicht. Darum also der Umzug, die Expansion, der Aufstieg nach oben auf den Giesinger Berg.

Dort, im alten Umspannwerk der Stadtwerke, investierte Steffen Marx nun 3,8 Millionen Euro. Für das Brauhaus mit 20 Gär- und Lagertanks, einen Jahresausstoß von bis zu 15.000 Hektolitern. Ein kleines Noagerl etwa im Vergleich zu Augustiner (1,3 Millionen Hektoliter jährlich) mit fast dem Hundertfachen an Produktion. Aber Marx will und kann auch gar keine Konkurrenz zu den Großbrauereien sein, eher eine kleine, feine Nische füllen.

Und er investierte in das Bräustüberl für 150 Gäste drinnen und auf der Terrasse. Urig eingerichtet mit Holztischen und einem wohlig schummrigen Licht, ein echter Blickfang, mit Bierflaschen als Lampenschirmen über den Hängeleuchten.

In seinem Bräustüberl samt Terrasse haben 150 Gäste Platz.

Kredenzt werden neben dem eigenen Bier hausgemachte Brotzeiten und Münchner Schmankerl, vom Spanferkel bis zum Böfflamott. Dazu sind, leider nicht mehr selbstverständlich für eine hiesige Wirtschaft, auch Schafkopfer herzlich willkommen. In Zeiten des großen Klagens über den wachsenden Verlust des Münchnerischen in der Stadt kommt der Giesinger Bräu gerade recht. Ein Glück für alle Freunde Münchens und seiner Wirtshauskultur, hoch droben in Giesing.

Giesinger Bräustüberl

Martin-Luther-Str. 2, ab 25. November geöffnet

Di - Do von 11 bis 23 Uhr,

Fr – So ab 10 Uhr, Mo Ruhetag. Reservierungen: Telefon 089/

65 11 49 11

Florian Kinast

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