Am Schmorellplatz

Nach Protest: Stadt verbietet 13-Meter-Mauer

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Christa Börke (70, li.), Marianne Wälischmiller (82) und Roman Telega (60) kämpfen weiter gegen den Neubau

München - Villa weg, Vier-Etagen-Wohnquartier mit sieben Wohnungen hin: Der Protest der Nachbarn hat sich gelohnt – aber nur ein klein wenig.

Der Neubau am idyllischen Schmorellplatz in Harlaching darf mit seiner Wand zu den Nachbarn hin nicht wie ursprünglich geplant 13,30 Meter und auch keine abgespeckte 12,60 Meter hoch ausfallen, sondern allerhöchstens 12,30 Meter. Mehr als beim höchsten Nachbargebäude wolle die Stadt nicht genehmigen, berichtete der Anwalt des Bauherrn der tz. Nachverdichtung ja, aber nicht so massiv.

Die Nachbarn sind erfreut, aber auch enttäuscht. „30 Zentimeter sind Pipifax. Aber immerhin ist der Bauherr nicht so durchgekommen“, sagt Anwohner Roman Telega (60). Er und seine Nachbarn fürchten, dass der Neubau ihnen das Licht und die Luft nimmt. Darum wollen sie weiter gegen den Plan kämpfen und in den nächsten Wochen Stadtbaurätin Elisabeth Merk ihre 620 gesammelten Unterschriften überreichen. Sie fordern: Weg mit dem obersten Geschoss! Die meisten Nachbarhäuser hätten auch nur Erdgeschoss und zwei Etagen.

Entschieden wird nur über einen Neubau, es geht aber auch um die Zukunft der Stadt: Müssen nicht auch die Münchner in den Gartenstädten zusammenrücken, damit mehr Wohnungen entstehen können? Andererseits: Wie viel müssen die Nachbarn ertragen, wenn ein Investor für den Profit sein Baurecht bis auf den letzten Zentimeter ausquetscht?

Wo einmal nur der frühere FC-Bayern-Star Luiz Gustavo mit seiner Familie lebte, will der Bauherr sieben Wohnungen schaffen. Sein Anwalt verweist darauf, dass die Größe schon einmal abgespeckt worden sei. Außerdem sei es rechtlich fraglich, ob das höchste Nachbarhaus wirklich die absolute Obergrenze für Neubauten darstellen müsse. Und: „30 Zentimeter ist so viel wie ein Lineal – und das auf einer Höhe von 12 Metern. Das ist schwer nachvollziehbar“, sagt der Anwalt. Der Bauherr will nun die schriftliche Begründung abwarten und entscheidet dann, ob er den Bescheid akzeptiert oder die Stadt erneut verklagt.

David Costanzo

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