Bau neuer Wohnungen beschlossen

Entscheidung gefallen: Das wird aus der alten Osram-Zentrale

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Die denkmalgeschützte, ehemalige Osram-Zentrale soll nun doch abgerissen werden. 

München - Die ehemalige Osram-Zentrale in Untergiesing wird derzeit als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Nun sollen auf dem Gelände 370 Wohnungen gebaut werden. 

Über 45 Jahre wurde von hier aus ein Leuchten-Imperium gesteuert, bis dort 2012 die Lichter ausgingen. Derzeit wird die ehemalige Osram-Zentrale am Mittleren Ring in Untergiesing noch als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Am Mittwoch sind die Würfel gefallen: Künftig sollen hier 370 neue Wohnungen entstehen, die denkmalgeschützte Osram-Zentrale wird abgerissen.

Über 38 000 Quadratmeter ist das ehemalige Osram-Grundstück groß. Es liegt direkt an den Isarauen, aber auch direkt am Mittleren Ring, an der Candidstraße. Und der Verwaltungsbau steht bislang noch unter Denkmalschutz. In dem bisherigen Architektenwettbewerb wurden darum zwei Varianten geprüft: Einmal mit Erhalt und einmal mit Abriss des 1963 bis 1965 errichteten, sechsgeschossigen Stahlbetonskelettbau des Architekten Walter Henn.

Wie an die Isarau gewürfelt: die neuen Wohnblöcke auf dem ehemaligen Osram-Gelände am Ring. 

Nun entschied sich eine Fachjury unter Vorsitz des Münchner Architekten Prof. Markus Allmann für den Abriss. „Das Konzept überzeugte nicht nur aus städtebaulicher sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht die Experten“, lautet die Begründung dafür, dass man den denkmalgeschützten Bau abreißen und durch Neubauten ersetzen will. „Der Wettbewerb erfolgte in enger Abstimmung mit der Stadt München und dem Denkmalschutz“, heißt es.

Nun sollen dort nach den Plänen des Berliner Architektenbüros Ortner & Ortner fünf Bauquartiere mit jeweils drei bis fünf Häusern entstehen. Die Gebäude sind unterschiedlich hoch und wirken wie hin gewürfelt – das soll ein abwechslungsreiches Bild ergeben. Das Lärm- und Staubproblem, das sich durch die unmittelbare Nähe zum Ring ergibt, soll durch Glaswände zwischen den an der Candidstraße angeordneten Häusern gelöst werden. Ob es auch Büros, Gastronomie oder Einzelhandelsflächen gibt, ist noch nicht geklärt.

Der Münchner Bauträger AGB, der das Grundstück 2014 kaufte, baut nach eigener Darstellung „in erstklassigen Lagen für einen anspruchsvollen Kreis privater und institutioneller Investoren.“ Das neue Osram-Quartier dürfte also keine günstige Wohnanlage werden. Vor 2018 wird allerdings nicht gebaut. Bis dahin leben in den Altbauten 800 Flüchtlinge. 

Johannes Welte

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