Gericht fällt Urteil

Radler (86) stirbt Monate nach Unfall: Wer ist schuld?

München - Nach einem Unfall erholt sich ein 86-jähriger Radler scheinbar. Ein paar Monate später stirbt er an einem Krankenhaus-Keim. Wer ist schuld? Die Klinik? Der Unfall-Verursacher?

Walter P. (66, Name ­geändert) überholt im Dezember 2013 einen 86-jährigen Radler. Dieser stürzt, bricht sich den Schädel, mehrere Rippen und erleidet eine Gehirnblutung. Im Krankenhaus erholt sich der Rentner scheinbar. Ein paar Monate später ist er tot. Ursache: ein Krankenhaus-Keim. Wer ist schuld am Tod des Rentners? Der Staatsanwalt sagt: Walter P. Der Vorwurf: fahrlässige Tötung. Er legt Einspruch ein.

Die Anklage: Am 10. Dezember 2013 fährt Walter P., ehemaliger Kfz-Mechaniker, in der Autharistraße Richtung Seibothstraße. Dort radelt auch der Rentner auf seinem Klapprad. Weil ein Ford am rechten Rand parkt, gibt er ein Handzeichen und zieht zur Straßenmitte. Laut Anklage überholt Walter P. den Radler und touchiert mit dem rechten Außenspiegel seines Mercedes SL Cabrio den Lenker des Radlers. Der folgende Sturz habe den Rentner ins Krankenhaus gebracht, dort sei dieser dann verstorben – ein Kausalzusammenhang, sagt der Staatsanwalt.

Ein Sachverständiger stellt fest: Der Angeklagte hätte nicht überholen dürfen, auch weil am linken Straßenrand zudem ein BMW Z4 parkte und die Fahrbahn weiter verengte. Das Gericht weist den Einspruch von Walter P. zurück. Die verhängte Strafe: 90 Tagessätze zu je 40 Euro.

tos

Rubriklistenbild: © dpa

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