In Untergiesing

Das soll sich am Schmuddeleck Candidplatz bald ändern

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Schrottplatz: Schon seit Ewigkeiten stehen manche Fahrzeuge unter der Candidbrücke, wie die dicke Staubschicht zeigt.

Der Candidplatz soll schöner werden. Das hat der Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching beschlossen. Insbesondere gegen Schrottautos unter der Candidbrücke will das Gremium entschlossen vorgehen.

Der Candidplatz ist wahrlich kein Schmuckkästchen Untergiesings. Im Bezirksausschuss (BA) war das schattige Teilareal unter den Brückenpfeilern des Mittleren Rings nun Thema intensiver Betrachtung. Zwei Stoßrichtungen hatten die Anträge des Stadtteilgremiums. Einerseits soll der Wildwuchs an dauerhaft abgestellten Autos rund um den Wendebereich im Norden des Platzes und weiter südlich im Übergangsbereich zum Auer Mühlbauch beseitigt werden. Zum anderen sprach sich der BA dafür aus, den tristen, betongrauen Brückenelementen mit farblicher Gestaltung ein wenig Leben einzuhauchen. Hier soll nach dem Wunsch des BA der Katholische Männerfürsorgeverein tätig werden.

Aus Sicht des Baureferates sieht man das Projekt in Teilen kritisch. Zwar dürfe die westliche, sogenannte Widerlagerwand verschönert werden – unter der Auflage, dass neben einer „hellen und freundlichen Farbgestaltung keine kommerzielle, politische oder obszöne Darstellung“ gewählt werde. Die Flügelwand in Richtung Osram-Gelände sei aber tabu, teilte das Baureferat mit. Weil die Maler unmittelbar an einer stark befahrenen Trasse arbeiten müssten, wären Absperrmaßnahmen notwendig. Der BA widersprach einstimmig. „Für die optischen Arbeiten kann doch eine Zeitspanne gewählt werden, wenn dort ohnehin wieder eine Baustelle situiert ist“, befand Brar Braren (Grüne), Vorsitzender des Unterausschusses Kultur.

Einigkeit herrschte auch mit Blick auf den nicht zu übersehenden Kfz-Wildwuchs unter der Candidbrücke. „Wir müssen klare Kante zeigen“, befand BA-Chef Clemens Baumgärtner (CSU). Das Gremium forderte das Kreisverwaltungsreferat und die örtliche Polizei auf, tätig zu werden. „Hier findet man viele Kfz mit abgelaufenem TÜV, ohne Kennzeichen oder Langsteher aus den unterschiedlichsten Herkunftsregionen bis zum Balkan“, berichtete BA-Vize Melly Kieweg (parteifrei). Baumgärtner machte sogar ein gewisses „Angstpotenzial“ aus, weil bisweilen auch in den Fahrzeugen genächtigt werde.

Die Polizei kennt das Problem. „Wir schauen dort intensiv hin, Streifen haben einen Dauerauftrag“, erklärte Hauptkommissar Dieter Heumann von der Inspektion Giesing. „Wir wollen keinen Wildwuchs.“ Menschen, die dort übernachten, erhielten einen Platzverweis.

Für Schrottfahrzeuge sei allerdings die Stadt zuständig, stellte Heumann klar. Dort gibt es ein eingespieltes Verfahren. Werden nicht zugelassene Autos auf öffentlichem Grund gemeldet, dann werden sie von Amts wegen mit einem roten Aufkleber am Fenster der Fahrertür markiert. Der sogenannte rote Punkt fordert den Fahrzeugbesitzer auf, das Auto sofort zu entfernen. Steht das Auto nach einem Monat immer noch da, wird es abgeschleppt und verwertet. Geht von dem Fahrzeug eine Gefahr aus, etwa durch auslaufendes Öl, bekommt es ein gelbes Wapperl. Dann, so erläutert Dagmar Rümenapf vom Baureferat, gebe es keine Gnadenfrist: „Die illegal abgestellten Fahrzeuge werden innerhalb weniger Tage beseitigt.“ „Wir sind dran“, versicherte Polizist Dieter Heumann.

Harald Hettich

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