Bürgerversammlung

So denken die Giesinger über die Rückkehr der Löwen ins Grünwalder Stadion

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Schmierereien von Fußballfans an der Brücke der Hefner/Alteneck Straße.

Umlackierte Bänke und Parkchaos rund um den Wettersteinplatz an Spieltagen. All das kann die Giesinger kaum schockieren. Auf einer Bürgerversammlung sind sich die Anwohner einig, was ihre Meinung über die Löwen-Rückkehr angeht. 

München - Erstaunlich unaufgeregt ist es ob der Rückkehr des TSV 1860 München ins Grünwalder Stadion auf der diesjährigen Bürgerversammlung in Untergiesing-Harlaching zugegangen. Auch wer heftigen Protest erwartet hatte nach der Ankündigung der Stadt, das Fassungsvermögen des Stadions auf 15 000 Zuschauer sogar zu erhöhen, sah sich getäuscht. Einzig das Park-Chaos an Spieltagen des Viertligisten sorgt für Unmut.

Ein Bürger aus der Wettersteinstraße stellte den Antrag, die geplante Stadion-Erweiterung so lange auszusetzen, bis „die Sicherheit für die Anwohner gewährleistet“ sei. Des Bürgers Sorge zielt nicht auf randalierende Fans ab, sondern die „unerträgliche“ Parksituation. Es werde nicht nur „alles verparkt“, so der Anwohner. Vor allem würden „wichtige Rettungswege nicht freigehalten“. Die Stadt und die Polizei seien „offenbar nicht in der Lage, hier für Sicherheit zu sorgen“. So lange hier keine Besserung eintrete, sei er deshalb auch gegen den Ausbau des Stadions. Das sah eine Mehrheit der gekommenen Bürger genauso und votierte für das Anliegen.

Dramatisch dürfte sich dies aber nicht auf die Stadion-Pläne auswirken. Kreisverwaltungsreferat (KVR) und Polizei sagten eine rasche Prüfung der Vor-Ort-Verhältnisse zu und stellten sogar eine eigene Halteverbotsbeschilderung in Aussicht, um die Rettungswege künftig besser abzusichern. Ausdrückliches Lob gab es vonseiten der Polizei für weitgehend störungsfreie Spieltage sowie „fast stetig friedliche Fans“.

Schelmisch war der Antrag des Bürger und Löwen-Sympathisanten Frank Hochhäusler. Vordergründig äußerte der Mann sein Unverständnis über den schlechten Zustand der Sitzbänke am erst vor vier Jahren renovierten Hans-Mielich-Platz. „Die sind total vermodert“, so sein Befund. „Lackieren statt lasieren“, lautet sein Motto für die Renovierung der Sitzgelegenheiten. Doch die Bankerl haben eine Historie: In Verkennung des Herzschlags vieler Löwen-Fans waren sie 2013 ausgerechnet rot, also in der Farbe des städtischen Fußball-Primus FC Bayern, gestrichen worden. In der Nacht vor der feierlichen Einweihung des Platzes hatten Unbekannte die Sitzhölzern einen blauen Anstrich verliehen. Ein veritabler Streit in Stadt und Stadtteil brach damals vom Zaun. Am Ende wurden die Bänke bemüht salomonisch naturfarben lasiert.

Will Löwen-blaue Sitzbänke: Frank Hochhäusler. 

Frank Hochhäusler will nun die erneuerungsbedürftigen Bänke analog zum „wohl unbestritten mehrheitlich an den Löwen orientierten Lebensgefühl in Untergiesing“ wieder blau lackieren lassen. Dies passe auch „am besten für ein harmonisches Gesamtbild mit dem weiß-blauem Maibaum nebenan“. Die Lacher hatte der Mann auf seiner Seite.

Von Stadtseite kam allerdings postwendend die Auskunft, lasieren sei ebenso geeignet wie lackieren. In jedem Fall werde man die morschen Bretter am Hans-Mielich-Platz in Kürze austauschen. Zur Farbwahl machten die Stadtvertreter aber keine Aussage. Unabhängig der Giesinger Farbenlehre dürfte einiges erneut für naturfarbene Bänke sprechen.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Giesing – mein Viertel“.

Harald Hettich

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