Kampf gegen die Wohnungsnot

München stockt auf: Das plant die Stadt im Norden und in Giesing

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Auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne sollen ca. 6000 Wohnungen entstehen.

Die Wohnungsnot in München ist bekannt. Zwei Bauprojekte - eines im Münchner Norden und eines in Giesing - könnten nach ihrer Fertigstellung für etwas Entlastung sorgen.

München - Das geplante Viertel auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne nimmt Gestalt an. Den aktuellen Generalplan stellten in der vergangenen Sitzung des zuständigen Bezirksausschusses Schwabing/ Freimann die Vertreter des Planungsreferats und der zuständigen Architekturbüros Hilmer Sattler Architekten, Max Dudler Architekten und Mahl-Gebhard-Konzepte vor.

Dabei eröffneten sie ihren Vortrag gleich mit der Verkündung der Vergrößerung des Projektes. Denn ein Areal im Osten des Kasernengeländes, auf dem derzeit noch BMW untergebracht ist, soll nun doch gemeinsam mit dem Rest des Geländes entwickelt werden. „Hier führen wir die Struktur der restlichen Bebauung fort“, erklärt Architektin Rita Ahlers von Hilmer Sattler.

Ursprünglich war geplant, den Ostteil erst später in Angriff zu nehmen. Die Gesamtfläche, auf dem das neue Viertel entstehen soll, wächst mit der sofortigen Erweiterung von 48 auf 58 Hektar.

Die meisten der 32 Baukörper werden siebengeschossige Einheiten mit Innenhöfen. Vier Hochhäuser (zwölf Geschosse) im Zentrum des Areals und zwei 22 Stockwerke hohe Gebäude im Norden und Süden runden das Ensemble ab.

Auch wenn die Bebauung recht dicht angelegt ist, legen die Planer großen Wert darauf, genug Freiflächen zu integrieren. So sind größere Grünflächen im Norden und Süden des Geländes vorgesehen, grüne Gassen verbinden die Wohnhöfe, und eine der Ost-West-Verbindungen im Viertel soll als Grünboulevard gestaltet werden.

Zudem erhält das Viertel eine grüne Lunge: Ein zentraler Park soll den Bewohnern als Anlauf- und Treffpunkt dienen. 5000 bis 6000 Wohneinheiten für rund 15.000 Bewohner sind derzeit geplant.

Ein Stadtteil also mit mehr Einwohnern als beispielsweise in Gemeinden wie Ebersberg leben. Auch mehrere Schulen und Kindertagesstätten waren von Anfang an Bestandteil der Pläne. Läuft alles nach Plan, soll der Stadtrat im kommenden Jahr das grüne Licht für die Bebauungspläne geben.

Giga-Bau in Giesing

Ein ziemlich großer Wohnklotz wird künftig an der Candidbrücke 174 einkommensschwache Haushalte beherbergen. Anstelle der jetzigen drei bzw. fünf Stockwerke hohen Häuser an der Candidbrücke (Untergiesing) entsteht ein bis zu elf Stockwerke zählender Block. Neue Dimensionen fürs Viertel – Giga-Giesing!

Ein Wohnturm für Giesing: Elf Stockwerke hoch soll der ­Neubau an der Candidbrücke werden.

Das Gelände hatte einst der GBW gehört, die den Block mit den 1952 errichteten 240 Unterkünften zwischen Candid-, Agilolfinger-, Krumpter- und Hans-Mielich-Straße 2010 an eine Grünwalder Immobilienfirma (Rock Capital Partners) verkaufte.

Die Folge: eine saftige Mieterhöhrung von 20 Prozent, sagt Maximilian Heisler vom Bündnis bezahlbares Wohnen. Nach der dreijährigen gesetzlichen Frist wurden nochmal 15 Prozent draufgesattelt. Viele Bewohner sind laut Heisler schon ausgezogen.

Mittlerweile wird das Areal von der Candid Immobilien Projekt GmbH weiterentwickelt. Und die hat große Pläne: Nicht nur die heruntergewirtschafteten Häuser an der Candidstraße sollen abgerissen, sondern auch die Gebäude an der Krumpterstraße um zwei Etagen aufgestockt und modernisiert werden.

Annika Schall/Johannes Welte

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