Grundstück in Harlaching

Stadt will Wohnungen, Lokalpolitiker wünschen sich Kita

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Um dieses Areal ist ein Streit entbrannt. Die Frage ist, wie es bebaut wird.

Bezirksausschuss wünscht sich an der Wilhelm-Kuhnert-Straße eine Kinderbetreuung, die Stadt will Wohnungen bauen.

München - Projekt „Wohnen für Alle“, München-Modell oder doch Kinderbetreuung? Das Kuddelmuddel um die Bebauung des Grundstücks Wilhelm-Kuhnert-Straße 14 in Harlaching geht weiter. Nachdem der Bezirksausschuss im Schulterschluss mit Bürgern gegen Pläne der Stadt protestierte, auf dem 910 Quadratmeter großen Grundstück je zur Hälfte Sozialwohnungen für einkommensschwache Mieter und anerkannte Flüchtlinge zu schaffen, hat die Stadt nun an der Stellschraube gedreht. Jetzt soll auf dem Areal nach dem München-Modell Wohnraum für Familien mit mittleren Einkommen geschaffen werden.

Deutliche Kritik setzte es im Bezirksausschuss (BA) Untergiesing-Harlaching dennoch. Der BA priorisiert Kinderbetreuung – möglichst mit Wohnraum für die Pädagogen, um mit bezahlbarem Wohnraum leichter Personal zu finden. Den Vorstoß lehnt die Stadt aber ab.

Nach Auskunft des zuständigen Referats für Bildung und Sport (RBS) seien Gelände und Freifläche für eine dreigruppige Einrichtung mit 75 Kindern zu klein. Im BA gab es Kopfschütteln und einen flammenden Appell von Elternseite. Beim Thema ist die Stimmung im BA schlecht. Nach erfolglosen „Einladungen“ stand am Dienstag Stadtdirektorin Ulrike Klar aus dem Planungsreferat Rede und Antwort, das RBS sagte ab. Klar warb für ein Modell, das Menschen mit mittlerem Einkommen Wohnraum bringen könne. Der Stadtrat müsse noch zustimmen, um das Areal auf 75 Jahre per Erbpacht und nach Ausschreibung an einen Investor zu vergeben. Quadratmeter-Mieten zwischen 9,50 und 11,50 Euro seien vergleichsweise günstig. Zudem verpflichte sich der Investor, fünf Jahre lang von Mietsteigerungen abzusehen. Im BA herrscht wenig Verständnis dafür, dass die Stadt eine Kinderbetreuungseinrichtung ablehnt. „Realitätsverlust“ unterstellte Sebastian Weisenburger (Grüne) der Stadt. „Scheinargumentation“ sei es, auf angeblich zu kleinen Freiflächen zu beharren. In Isarnähe lasse sich hier ein Ausgleich finden. Zumal private Kita-Träger diese Kriterien nicht anwandten. BA-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) sagte, es sei nicht nachvollziehbar, dass die Stadt auf einer dreigruppigen Einrichtung beharre. Auch kleinteiliger sei willkommen. „Die Menschen hier brauchen jeden Kita-Platz.“

Wie sehr, unterstrich Mareike Kreß. Die zweifache Mutter hat eine Petition gestartet. „184 Unterschriften bisher“, vermeldete sie. Das Viertel wachse, die Kinderbetreuung hinke hinterher. „Plätze gibt’s nur bei privaten Trägern – für 600 Euro pro Monat. Das ist nicht machbar. Wie soll ich arbeiten gehen, wenn meine Kinder nicht versorgt sind?“

Der BA beharrt auf der Kita-Forderung. Besonders das RBS müsse „Fragen beantworten“ und nicht „voreilig Fakten schaffen“. 

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