Brauner Banker

Stadtbekannter Rechtsradikaler arbeitet in Münchner Sparkasse

München - Seitenscheitel und Krawatte - und in der Freizeit gegen Flüchtlinge hetzen: Bei einer Münchner Bank bedient ein bekannter Rechtsradikaler die Kunden. Was sagt die Sparkasse dazu?

Der Seitenscheitel sitzt, die Krawatte ist akkurat gebunden: Auf den ersten Blick macht der Mitarbeiter in einer Münchner Sparkasse einen sehr angenehmen Eindruck. Doch wenn er nicht gerade hinter dem Schalter steht, hetzt ein 22-Jähriger gerne lautstark gegen Flüchtlinge. Die Bild hatte den braunen Banker in der Filiale entdeckt.

Zuletzt stand er, Tobias Roidl, als stellvertretender Vorsitzender der ausländerfeindlichen Kleinpartei Die Rechte Kreisverband München am Münchner Hauptbahnhof und schmetterte seinen Hass als Redner den ankommenden Flüchtlingen entgegen. Immer an seiner Seite: Parteichef Phillipp Hasselbach, ein stadtbekannter vorbestrafter Neonazi.

In diesem Fall stört besonders die Doppelmoral: Die Stadtsparkasse München verweigert der Partei Die Rechte die Möglichkeit, ein Konto zu eröffnen. Die Rechte will nun nach eigener Aussage dagegen klagen. Rechtsgesinnte sind also als Kunden unerwünscht, als Arbeitnehmer aber geduldet? Klingt nach Doppelmoral.

Auf Nachfrage erklärt Stadtsparkassen-Sprecher Joachim Fröhler gegenüber der Bild-Zeitung, dass man anonyme Hinweise auf einen Rechtsextremen erhalten habe. Denen sei „gewissenhaft nachgegangen“ worden. Generell würde "keine antidemokratisch, diskriminierende Gesinnung in unserer Belegschaft" geduldet werden, so Fröhler. Allerdings, wie der Sprecher betont, sei eine Parteimitgliedschaft kein Kündigungsgrund.

Update, 3.12.2015: Einen weiterführenden Artikel zum Thema lesen Sie hier.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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