Stadtwohnungen: Streit um Abriss am Vollmarpark

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Die Siedlung am Vollmarpark soll nach den Plänen der Heimag abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden

München - Die Mieter der städtischen Heimag-Siedlung am Vollmarpark sind geschockt: Nach teilweise einem halben Jahrhundert sollen sie aus ihren Wohnungen ausquartiert werden.

 Grund: Die Heimag will die Häuser abreißen und durch Neubauten ersetzen. Während des Umbaus sollen die 250 Mieter für zwei Jahre in andere Wohnungen ziehen.

Mit einer Mieterinitiative wollen die Anwohner den Abriss verhindern. „Man kann doch keinem 80-Jährigen zumuten, für zwei Jahre irgendwo anders hinzuziehen“, empört sich Hermann Gilbhard (69) gegenüber HalloMünchen. Mit Herbert Erhardt (77), der seit 1964 dort wohnt, kämpft er federführend um die Siedlung. „Unser oberstes Ziel ist es, den Abriss zu verhindern“, sagt er.

München - auferstanden aus Ruinen

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Gerüchte über die Abrisspläne gab es schon lange, doch erst in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Untergiesing-Harlaching stellten Vertreter der mehrheitlich städtischen Wohnungsfirma Heimag und der Muttergesellschaft Gewofag ihr Konzept vor: Die Siedlung soll dichter bebaut werden mit einem Platz in der Mitte, auch eine Kinderkrippe und ein Café sind angedacht. Vor allem die älteren Bewohner fürchten danach drastische Mietsteigerungen.

Die Gewofag versucht zu beruhigen: Eine Neubaumiete werde nicht anfallen. Überraschend war der Gewofag-Besuch im BA aber nicht nur für die Heimag-Mieter: Auch Clemens Baumgärtner, Vorsitzender im Bezirksausschuss, war überrumpelt. „Wir als CSU lehnen den Abriss ab. Es ist alles andere als sozial, die Mieter, die zur Hälfte Rentner sind, so zu entwurzeln.“ Baumgärtner nimmt darum OB Christian Ude (SPD) in die Pflicht: Als Mehrheitsgesellschafterin könne die Stadt den Abriss stoppen. „Die SPD pocht immer auf Mieterschutz. Hier wäre der richtige Punkt, um das in die Tat umzusetzen“, so der Viertelchef. Der SPD-Ortsverein Harlaching lädt indes für Montag, 18 Uhr, zu einer Mieterberatung in die Gaststätte Gartenstadt, Naupliastraße 2, ein. Baumgärtner, Erhardt und Gilbhard sind irritiert: „Das liest sich so, als ob der Abriss für die SPD bereits beschlossene Sache wäre“, sagt Gilbhard. „So schnell geben wir uns aber nicht geschlagen.“

I. Steffens

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