Riesen-Ärger mit der Telekommunikations-Anbieter

Diese Frau erhebt schwere Vorwürfe gegen die Telekom

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Wurde von den Telekom-Technikern sitzen gelassen: Frau Mittermeier hatte nach ihrem Umzug mit großen Problemen und noch größerer Unzuverlässigkeit seitens der Telekom zu kämpfen.

München - Was tun, wenn Telefon und Internet ausfallen? Diese Frage musste sich vor kurzem E. Mittermeier stellen. Sie wurde von Telekom-Mitarbeitern dreist sitzen gelassen.

Im Internet surfen und telefonieren - das sind zwei ganz existenzielle Möglichkeiten, sich über Neuigkeiten auf dem Laufenden zu halten. Vor allem in Zeiten zunehmender Digitalisierung und Informationsdichte sind die beiden Dienste eigentlich unersetzlich. Quasi Informations- und Kommunikations-Möglichkeit in einem. Mit Freunden über Gott und die Welt reden? Einfach zum Telefon greifen. Sich über das aktuelle politische oder sportliche Weltgeschehen informieren? Ein kurzer Blick ins Internet hilft meistens. Oder sich schnell über Zutaten für ein neues Kochrezept informieren? Einfach mal die Suchmaschine anschmeißen. Doch was tut man eigentlich, wenn sein DSL-Anschluss wegfällt? Wenn all diese Möglichkeiten von einen auf den anderen Tag einfach wegfallen? Wenn man quasi von der Außenwelt abgeschnitten ist?

Diese Frage musste sich vor nicht all zu langer Zeit Frau Mittermeier stellen. Sie war mit ihrem Freund umgezogen - doch dann ließ sie die Telekom im Stich. Ihre Geschichte zeugt von Unzuverlässigkeit, von Fehlverhalten, von gebrochenen Versprechen. Doch der Reihe nach.

Vorwurf: Termine platzen gelassen

Anfang Mai zogen die Mittermeiers innerhalb Münchens um. Was sie schon wussten: Durch den Umzug und ihren Anbieter-Wechsel mussten die Leitungen neu freigeschaltet werden. Das macht üblicherweise die Telekom, die für diese Leistung zuständig ist. So weit, so gut - könnte man meinen. Doch die Geschichte zog sich in die Länge. "Wir mussten vier Wochen auf den ersten Termin warten", berichtet Frau Mittermeier unserer Onlineredaktion. Wochenlang waren sie und ihr Freund nicht erreichbar. Erst als sie einen o2-Mitarbeiter ans Telefon bekam, erfuhr sie, dass der Techniker am 5. Juli zwischen 8 und 12 Uhr käme. Doch dann der Hammer: "Der Techniker kam dann zwar pünktlich, aber leider etwas angetrunken, sodass die Anschlüsse danach immer noch nicht funktionierten." Die Telekom ließ Teile dieser Darstellung klar dementieren. Das Warten ging jedenfalls weiter.

Drei weitere Termine wurden vereinbart - doch keiner von den Telekom-Technikern wahrgenommen. "Wir haben für diese Aktion vier Urlaubstage investiert", so Mittermeier fassungslos.

Telekom-Techniker bestreitet Vorwürfe vehement

Der betroffene Techniker bestreitet die Vorwürfe in einer Stellungnahme vehement. Somit steht Aussage gegen Aussage. Auf unsere Nachfrage stellt die Telekom klar, dass es bisher außerhalb dieses Vorwurfs keine Beschwerden über den Techniker von externen Kunden oder andere Auffälligkeiten gegeben hat. "Unsere Disposition kann belegen, dass der Carrier über die Verschiebung des Termins informiert wurde. Es liegt dann am Carrier, seinen Kunden zu informieren. Wir dürfen den Kunden nicht informieren", so das Telekommunikations-Unternehmen weiter.

Auf Nachfrage unserer Onlineredaktion gibt die Telekom trotz aller vorangegangen Dementis jedoch Probleme mit ihren Technikern zu. "Es ist richtig, dass die Prozesse beim Wechsel zwischen den Anbietern noch nicht in allen Fällen so funktionieren, wie sie sollten. Vor allem dazu gibt es Beschwerden bei der Bundesnetzagentur. Gemeinsam mit unseren Wettbewerbern müssen wir weiter daran arbeiten", so Sprecher André Hofmann.

Gleichzeitig stellte er aber auch klar, dass von den jährlich mehr als drei Millionen Anbieterwechseln in Mobilfunk und Festnetz die allermeisten problemlos abliefen. Zwar käme es je nach Produkt und Region bei bis zu einem Viertel aller Montage zu einer Terminverschiebung. In der Regel seien - laut Hofmann - jedoch lediglich zwei bis drei Prozentpunkte von Telekom zu verantworten. Neben unvorhersehbaren Witterungseinflüssen können beispielsweise fehlende Zugänge zu Schalteinrichtungen in Mehrfamilienhäusern oder technische Probleme den Bereitstellungstermin verzögern.

"Fehler lassen sich nicht immer ausschließen"

Natürlich sei es der Anspruch des Unternehmens, durch eine gute Planung und Terminabstimmung mit den Kunden einen Termin zu finden, den "wir zu 100% einhalten können". Fehler ließen sich - so die Telekom -aber eben nicht immer ausschließen.

Mittermeier zog mittlerweile die Konsequenz aus den Vorfällen und wechselte den Anbieter. "Seitdem", so die Münchnerin, "funktioniert alles einwandfrei".

Lukas Praller

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