Facebook-Post sorgt für Furore

Hick-Hack ums Grünwalder Stadion - Löwen-Fans reagieren mit Satireschrift

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Bei Heimspielen des TSV 1860 sorgen die Fans im Grünwalder Stadion für Alarm. Einige Anwohner fühlen sich gestört.

Müssen die Trommeln im Grünwalder Stadion bald verstummen? Löwen-Fans haben auf den Dauer-Zoff um ihre Spielstätte mit einer Satireschrift reagiert. 

München - In der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Untergiesing-Harlaching ging es heiß her. Einmal mehr stand die Zukunft des Grünwalder Stadions ganz oben auf der Tagesordnung. Einige Anwohner beschwerten sich über Trommel-Lärm und Wildbiesler. Der Bezirksausschuss hat nun konkrete Anträge an die Stadt München gerichtet. Unter anderem soll mithilfe eines Schallschutzgutachtens eruiert werden, wie hoch die Lärmbelästigung am Grünwalder Stadion tatsächlich ist.

Auf Seiten der Löwen-Fans gibt es für die Beschwerden der Anwohner durchaus Verständnis. Wie weit die geforderten Maßnahmen allerdings gehen sollen, sorgt mitunter für Kopfschütteln. Der „Weiß-Blaue Blog“ hat auf die anhaltende Debatte auf seine eigene Art und Weise reagiert.

Anwohner-Zoff auf Giesings Höhen: 1860-Fans verfassen Satireschrift

„Rauschverbot für Isarauen“, ist eine Leseempfehlung des 1860-Fan-Mediums auf Facebook überschrieben. Auf dem Bild-Post ist ein fiktiver Zeitungsartikel der Autorin Gundula Schreibermann zu sehen. In deren Namen finden die Betreiber des „Weiß-Blauen Blogs“ eine satirische Antwort auf den anhaltenden Stadion-Zoff.

Der Artikel nimmt Bezug auf eine imaginäre Sitzung des Bezirksausschusses Altstadt-Lehel. In dieser hätten Isar-Anwohner sich über das fortwährende Rauschen des Flusses echauffiert. „An manchen Tagen kann man nicht mal mehr auf die Straße gehen, ohne dem Lärm der Isar ausgesetzt zu sein“, habe ein Anwohner geklagt.

In Schreibmanns Satireschrift reagieren die Entscheidungsträger umgehend auf den Volkszorn. „Die Politiker votierten einstimmig für einen Antrag, der die Lärmbelästigung durch das Isarrauschen unter die Lupe nehmen soll“, heißt es dort. Geprüft werde die Errichtung einer Schallschutzmauer entlang des westlichen Isarufers. Das Fazit zur imaginären Altstadt-Posse: „Nicht wenige fühlen sich an die Diskussion rund um das Grünwalder Stadion erinnert, die ebenfalls seit Monaten die Gemüter in der Stadt erhitzt.“

Mitautor erklärt: „Über manches kann man nur noch den Kopf schütteln“

Doch nicht alle Leser sehen die Parallelen. „Die haben doch echt einen Knall. Was kommt demnächst? Eine Schallschutzmauer vor der Hecke, weil die Vögel zu laut sind“, kommentiert etwa eine Userin. Auf Facebook hat der Post laut Angaben des Blogs knapp 5.000 Leute erreicht (Stand Freitagnachmittag) und wurde mehrfach geteilt.

„Uns zeigen die Reaktionen auf alle Fälle, dass wir einen Nerv getroffen haben. Über manche Beschwerden in einer pulsierenden Großstadt wie München lässt sich wirklich streiten“, sagt einer der Mitautoren. 

Die gegenwärtige Diskussion um das Grünwalder Stadion lasse sich seiner Meinung nach nur noch satirisch beleuchten. „Für berechtigte Kritik sind wir immer offen. Wenn Vorwürfe allerdings komplett an den Haaren herbeigezogen sind, kann man nur noch mit Humor reagieren“, erklärt der Löwen-Fan.

lks

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