„Fan-Liebe nicht verbieten lassen“

Wegen Sechzig-Fahnen: Fans streiten mit Nachbarn vor Gericht

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Stehen auch in schweren Zeiten zu ihrem Klub: Alexander und Lilly Mircescu lassen sich ihre blauen Fan-Artikel nicht verbieten.

Zwei Löwen-Fans ziehen für ihre Klub-Liebe vor Gericht. Denn Nachbarn wollen dem Ehepaar verbieten, Fahnen im Garten aufzustellen.

München - Für ihre Liebe zu den Löwen kämpfen sie sogar vor Gericht: Seit Jahren sind Alexander Mircescu (47) und seine Frau Lilly (45) Fans der Sechzger. Doch mit ihren Nachbarn in Harlaching haben sie deshalb Streit: Die übrigen Eigentümer verbieten den Eheleuten, einen Zwerg und zwei Fahnen in ihrem Garten aufzustellen. Dagegen klagen sie am Amtsgericht!

„Wir ärgern uns und können nicht verstehen, dass man die Fanartikel nicht aufbauen darf“, sagt Alexander Mircescu. Im Dezember 2014 ist er mit seiner Frau in die schicke Wohnung eingezogen. 33 weitere Eigentümer leben in dem Neubau an der Rabenkopfstraße. Bei einer Versammlung im Juni 2016 hatten sie die „Sondernutzung“ verboten - sie fühlten sich durch die Fanartikel gestört. Auch ein Pavillon, Baumschmuck sowie ein Gartenteich wurde untersagt. Der Grund: Angeblich handele es sich um unerlaubte bauliche Veränderungen.

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Prozess am Mittwoch

„Diese Einschränkungen gehen zu weit“, findet Lilly Mircescu. „Wir lassen uns die Fan-Liebe nicht verbieten!“ Am Mittwoch kommt es zum Prozess um den skurrilen Fan-Streit.

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Rechtsanwalt Martin Klimesch (43) vertritt die Löwen-Fans vor Gericht. Er verweist auf die Teilungserklärung in deren Kaufvertrag. Darin steht: „Soweit baurechtlich zulässig, kann der Eigentümer seine Sondernutzungsfläche frei gestalten.“ Ein Zwerg und zwei Fahnen seien „keine wesentliche Veränderung des Gartens, die eine Beeinträchtigung für die Nachbarn darstellen“, meint Klimesch. Laut Gesetz wäre das etwa durch den Bau einer Terrasse gegeben. „Das Thema ist Neuland. Bisher hat noch kein Gericht entschieden, ob eine Fahne einen optischen Nachteil darstellten könnte.“

Vertritt die Mircescus vor Gericht: Rechtsanwalt Martin Klimesch sieht keine Beeinträchtigung der Nachbarn.

Anwalt schreibt von „zweitklassigen Fußball-Fahnen“

Ist der Fall also eine Geschmacksfrage? Für die Nachbarn offenbar schon. Ihr Anwalt schreibt in einem Brief, der der tz vorliegt, von „zweitklassigen Fußball-Fahnen“. Brisant: Auch 1860-Präsident Peter Cassalette wohnt in der näheren Umgebung. „Mit seinem Hund kommt er oft an unserem Garten vorbei“, sagt Alexander Mircescu.

Nach einem harten Jahr wünscht er sich nur noch eins: „Einen Sieg! Für die Sechzger - und für uns vor Gericht.“

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Stichwort: Garten-Nutzung

In einer Eigentümer-Gemeinschaft gilt: Die Umgestaltung des Gartens im Sondernutzungsrecht stellt noch keine bauliche Veränderung dar, wenn das Grundstück hierdurch nicht verändert wird. Wer aber eine Holzwand, eine Sauna, einen Kiesweg oder einen Geräteschuppen errichten will, braucht dafür die Erlaubnis der Eigentümer-Gemeinschaft. Keine bauliche Veränderung stellt etwa das Anlegen einer ­Hecke dar. Auch Bierbänke oder Sonnenschirme sind – sofern sie nicht dauerhaft stehen - erlaubt. Komposthaufen und Gartenzwerge gelten als Grenzfälle.

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Andreas Thieme

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