Hitzige Sitzung im Bezirksausschuss

Zoff um Grünwalder Stadion schwelt weiter - Bürger wollen klagen: „Wir werden nicht einmal gefragt“

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Ein Polizeiaufgebot wie dieses ist auf der Tegernseer Landstraße nur bei Hochrisiko-Spielen nötig. Manche Anwohner nervt der Fan- Lärm dennoch. 

Anwohner des Grünwalder Stadions drohen mit Klagen, sollten nicht bald Maßnahmen ergriffen werden, um die aus ihrer Sicht übermäßigen Belastungen an Spieltagen zu verringern.

München -  In der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) in Untergiesing-Harlaching dominierte einmal mehr das Sechzger-Stadion einen Großteil der Diskussionen.

Bekanntlich lässt die Stadt derzeit von einem Spezialbüro in einer Machbarkeitsstudie überprüfen, wie viele Zuschauer im Grünwalder Stadion möglich sind und mit welchen Kosten ein Ausbau verbunden wäre. Untersucht wird eine Erweiterung auf ein Fassungsvermögen von 18.600, 25.000 oder 30.000 Fans. Derzeit sind 15.000 Zuschauer zugelassen. Alle Drittligaspiele des TSV 1860 in dieser Saison waren bislang ausverkauft. „Die Stadt initiiert eine Machbarkeitsstudie und wir als örtlicher Bezirksausschuss werden nicht einmal gefragt“, wetterten BA-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) und seine Stellvertreterin Melly Kieweg (Grüne) unisono.

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Zoff ums Grünwalder Stadion: Baumgärtner fordert runden Tisch

Das Gremium nahm das Vorgehen der Stadt schließlich zähneknirschend zur Kenntnis und will jetzt die Ergebnisse der Studie abwarten. „Vor allem aber muss endlich der runde Tisch stattfinden, den wir seit Langem einfordern“, beharrte Baumgärtner. Angeblich soll der Termin im Laufe des Februars stattfinden. Neben Vertretern der Anwohner, der Vereine und des Bezirksausschusses sollen auch die zuständigen städtischen Referate und die Polizei mit am Tisch sitzen. „Wir fordern endlich ein klares Verkehrs-, Park- und Fanlenkungskonzept sowie ebenso klare Aussagen zum künftig geplanten Fassungsvermögen“, sagte der Stadtviertel-Bürgermeister, der ab 1. März auch neuer Wirtschaftsreferent der Stadt sein wird. Er betonte: „Einige Bürger erwägen mittlerweile sogar Klagen, sollte der runde Tisch nicht zustande kommen und bald Verbesserungen eintreten.“

Manche Anwohner beklagten genervt, dass bei den jüngsten Heimspielen der Löwen größere Areale rund um den Wettersteinplatz für Fanbusse abgesperrt wurden. „Jetzt werden uns die Parkplätze auch noch weggenommen“, schimpfte ein aufgebrachter Bürger.

Fahnenmasten neu installiert

Friedlich wurden indes zwei weitere Stadion-Aspekte im BA abgehandelt: Einstimmig stimmte das Gremium einem Antrag von Günther Görlich (Freie Wähler) zu. Dieser regt bauliche Änderungen an den Absperrungen im Innenraum des Stadions an, um die Draufsicht auf das Spielfeld für Rollstuhlfahrer und Besucher in den Reihen eins bis fünf zu verbessern. „München versteht sich als inklusive Stadt, daher sollten auch Fans im Rollstuhl die gleichen Möglichkeiten haben, die Spiele zu verfolgen.“

Diskussionsfrei zur Kenntnis nahm der BA zudem eine Mitteilung des Sportreferates, wonach die früher über der Westkurve installierten Fahnenmasten jetzt im Nordostbereich des Stadions neu installiert wurden. Der Grund: Dort seien die Fahnen vom vorbeifahrenden Verkehr besser wahrzunehmen.

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