Serie: Die Zukunft in den Vierteln

In diesem Stadtteil tobt der Kampf um die Stadionplätze

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Drinnen im Stadion werden die Sechzger von ihren Fans gefeiert, draußen ärgern sich die Anwohner über den Lärm.

München wächst: Im Jahr 2035 werden rund 300.000 Menschen mehr leben als heute. In den Stadtvierteln wird daher kräftig gebaut. Wir zeigen, wie es künftig aussieht. Diesmal: Untergiesing-Harlaching.

München - Die Ausbaupläne für das Krankenhaus Harlaching, die Erweiterung der Rotbuchenschule, ein möglicher neuer S-Bahnhaltepunkt Großhesselohe, nutzerfreundlichere ÖPNV-Taktung und mögliche Parkoptionen am Wettersteinplatz und am Tierpark: All das hat hohe Relevanz für den 18. Stadtbezirk Untergiesing-Harlaching.

All diese Themen werden in der öffentlichen Betrachtung 2019 aber wohl erneut nicht an das Dauerthema auf Giesings Höhen heranreichen: die Zukunft des Grünwalder Stadions und vor allem die weiter anstehende Quadratur des Kreises zwischen Ausbau-Wünschen von Fans und Vereinen - und den Ansprüchen der lärmgeplagten Anwohner im Umfeld der Traditionsspielstätte.

Künftig 18.600 Zuschauer im Grünwalder Stadion möglich

Spieltag für Spieltag ist das derzeit 15.000 Zuschauer fassende Rund ausverkauft. Nach dem weiteren Ausbau der Westtribüne fordert vor allem der TSV 1860 einen weiteren und wieder profitauglichen Zuschnitt mit zumindest künftig rund 18.600 Zuschauern Fassungsvermögen.

Anders die Draufsicht der Anwohner und des Bezirksausschusses. „Wir haben schon seit Beginn der wieder intensiven Spieltätigkeit des TSV 1860 ein Konzept, das die Belastungen der Anwohner verringert“, sagt Untergiesing-Harlachings Bezirksausschuss-Vorsitzender Clemens Baumgärtner. „Gerade in puncto Lärmentwicklung, Verkehrs- und Parkbelastung drängen sich Fragen auf.“ Aber: „Beim Runden Tisch Anfang Februar versuchen wir unter Einbeziehung aller Beteiligten, Lösungen zu erarbeiten“, so Baumgärtner, „mit denen alle leben können.“

Klinikum Harlaching soll ausgebaut werden

Auf der Tagesordnung am Jahresanfang stehen auch die Aus- und Neubaupläne beim Klinikum Harlaching. Umfänge und Details werden der Öffentlichkeit präsentiert. Neue Klinikeinheiten, Personalwohnungen, die Umstrukturierung beim Hubschrauberbetrieb - es wird spannend.

Gleiches gilt für ein Raumnotproblem besonderer Güte: Die aus allen Nähten platzende Rotbuchenschule, eine der stadtweit größten Grundschulen, braucht dringend einen Erweiterungsbau. Der BA hat das mehrfach gefordert. Raumpotenziale und mögliche Standorte wurden im Flächen-Ringen zwischen Stadt und Freistaat erörtert. „Im Moment scheint es allerdings an den notwendigen Abstimmungen zwischen Stadt und Freistaat zu fehlen“, so Baumgärtner. Der BA erwartet 2019 klare Weichenstellungen.

Park-and-Ride-Platz soll Verkehr in Innenstadt entlasten

Apropos: Beim Verkehr sticht vor allem die seitens des Stadtteilgremiums geforderte S-Bahnstation Großhesselohe ins Auge. „Im Verbund mit einem Park-and-Ride-Platz könnte hier eine echte Entlastung für den Verkehr in die Innenstadt entstehen“, so Baumgärtner. Zu verbessern sei 2019 auch die Taktung von Tram- und Busverkehr im gesamten Stadtteil.

Meinungsverschiedenheiten im BA gibt es auch bei folgenden Verkehrs-Themen: Während die einen (vor allem die CSU) die Öffnung des Hohlraums unter dem Wettersteinplatz begrüßen, spricht sich die SPD wegen der Nähe zu Kitas und Schulen offen gegen aufwändige Tiefgaragenplanungen aus. Ebenso umstritten ist das geplante Parkhaus am Tierpark. Während Baumgärtner 2019 auf die Ergebnisse einer Untersuchung der Umweltverträglichkeit setzt, lehnt eine sonst eher seltene Koalition aus SPD und Grünen ein mehrstöckiges Parkhaus im Landschaftsschutzgebiet ab. Gesprächsbedarf 2019: unbedingt gegeben. 

Harald Hettich

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Harlaching - mein Viertel“.

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