„Für manche Hassobjekte“

Nächster Anschlag auf eine Immobilienfirma: Büro war noch nicht mal eröffnet

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Zersplitterte Scheiben: das Maklerbüro in der Humboldtstraße nach dem Stein-Anschlag.

Schon wieder hat es einen Anschlag auf eine Immobilienfirma in München gegeben. Diesmal hat es die Firma „Finestep“ an der Humboldtstraße in Untergiesing getroffen. Für Geschäftsführer Benjamin Gralow kein Wunder.

München - Der Anschlag geschah in der Nacht zum Freitag gegen 1.35 Uhr: Unbekannte warfen mit Steinen die Fenster der Immobilienfirma ein. Eine Frau, die zu dem Zeitpunkt gerade mit ihrem Fahrrad die Humboldtstraße entlangradelte, hörte einen lauten Knall. Dann sah sie zwei Menschen, die Steine warfen. Anschließend beobachtete die Frau, wie die Täter um die Ecke in die Sommerstraße liefen. Die Radfahrerin reagierte blitzschnell und folgte den Tätern. Sie sah drei Personen auf Rädern die Sommerstraße Richtung Südwesten flüchten. Auch ein Anwohner hatte in seiner Wohnung einen lauten Knall gehört. Die Zeugen wählten den Notruf. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb allerdings ohne Erfolg.

Immer wieder gibt es in Untergiesing Anschläge auf Immobilienfirmen. „Wir haben das befürchtet. Aber so schnell?“, sagt Benjamin Gralow.

Vier Schaufensterscheiben des Büros und zwei Fensterscheiben an Lager- und Büroräumen wurden zerstört, die Eingangstüre splitterte. Die Feuerwehr verschalte die zerstörten Scheiben und die Tür. Den Schaden schätzt die Polizei auf etwa 10.000 Euro. Das Kommissariat 43, zuständig für politisch motivierte Straftaten aus dem linken Spektrum, ermittelt. Hinweise sind erbeten unter der Telefonnummer 089/29 10-0.

Anschläge als Protest gegen die Gentrifizierung

Immer wieder gibt es in Untergiesing Anschläge auf Immobilienfirmen. „Wir haben das befürchtet. Aber so schnell?“, sagt Benjamin Gralow. Er sieht den Anschlag auch als Ausdruck des Protestes gegen Gentrifizierung. „Immobilienfirmen sind für manche eben Hassobjekte. Wir sind aber froh, dass wir gerade von unseren neuen Nachbarn so viel Zuspruch erhalten haben.“

Brennende Autos, Bagger und Container, Farbbeutel- und Stein-Attacken auf Immobilienfirmen, Banken und Bauunternehmen beschäftigen den Staatsschutz bereits seit längerer Zeit. Das Landeskriminalamt registrierte im Jahr 2015 unter dem thematischen Gesichtspunkt „Sozialpolitik – Umstrukturierung“ fünf Straftaten, 2016 waren es schon 27. Für das Jahr 2017 setzte sich der Trend fort. Und auch im laufenden Jahr gab es bereits mehr als ein Dutzend Fälle.

Die Firma „Finestep“ wollte eigentlich am 15. August Eröffnung an der Humboldtstraße feiern. Jetzt wird es wohl 1. September werden. Gralow: „Auch wenn das natürlich kein schöner Einstand ist, ermutigen uns die vielen aufmunternden Reaktionen weiterzumachen.“

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Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Giesing – mein Viertel“.

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