Was dahintersteckt

Dieses Schild an der Isar gibt Rätsel auf: Ist das erlaubt?

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Das Schild von vorn und von hinten.

Ein seltsames, handgemaltes Warnschild gibt Rätsel auf. Ein Unbekannter hat es an der Isar aufgehängt. Ist das erlaubt?

München - So mancher Radler auf der Wittelsbacherbrücke Richtung Süden wunderte sich am Donnerstagabend: An einem Laternenpfosten hing ein selbst gebasteltes Schild, das auch von unserer Onlineredaktion entdeckt und fotografiert wurde (natürlich nach dem Absteigen vom Zweirad).

„Absteigen Bullen!!!“ ist darauf zu lesen, dazu ist ein Fahrrad gemalt. Es steckt eine gewisse Mühe in dem Schild, aber man merkt, dass es improvisiert wurde. Das Ganze ist nämlich offensichtlich auf den Boden eines Kartons (Bierpalette?) gepinselt und mit Geschenkband am Pfosten befestigt. 

Es bleiben viele Rätsel offen: Wer hat das Schild verfasst? Seit wann hängt es dort? Und was sind die Hintergründe?

Wahrscheinlich ist: Hier radelte jemand den Ordnungshütern in die Arme und wollte seine Mitmenschen warnen. Denn: An dieser Stelle endet der Radweg. Und alle Radler haben drei Optionen: Nach halblinks in die Humboldtstraße abbiegen, was legal ist. Oder auch zu den Autos in die Schyrenstraße abbiegen. Aber: Wer einfach geradeaus weiterbraust, landet auf dem Fußgängerweg. Und das ist eben NICHT erlaubt.

„Grundsätzlich gilt: Benutzt ein Fahrradfahrer den Gehweg, ohne dass dies ausdrücklich erlaubt ist, droht ihm ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro“, erklärt Priska Abb, Sprecherin der Münchner Polizei. Blechen muss der Übeltäter aber nicht automatisch. Es gebe hier einen Ermessensspielraum.

Womöglich hat hier aber ein Beamter keine zwei Augen zugedrückt. Und den Falsch-Radler zur Kasse gebeten. Sodass dieser sich zu einem Warn-Schild bemüßigt sah.

Ist das Schild erlaubt? Es gibt gleich drei Aspekte

Ob das Schild überhaupt erlaubt ist? Hier kommen gleich drei Komponenten ins Spiel: 

1.) Nachdem hier unerlaubt etwas an einem Laternenpfosten angebracht wurde, könnte die Stadt einschreiten. 

2.) Ob es gestattet ist, Radler vor einer Kontrolle zu warnen, ist nicht endgültig klar. Es gibt immer wieder Urteile auch in München, wonach die Polizei gegen Blitzer-Warner einschreiten darf. Möglicherweise gilt das auch für selbst gemalte Kontroll-Warnschilder.

3.) Und dann ist da ja noch der Begriff „Bullen“. Eine Beleidigung? Hier müsse, so Polizei-Sprecherin Abb, „abgewägt werden, ob eine bestimmte Personengruppe hiervon angesprochen werden soll, die eindeutig personalisierbar ist. Ist dies der Fall kommt man unter Umständen in einen Beleidigungstatbestand. Wird kein Polizeibeamter persönlich angesprochen, ist es schwierig den Tatbestand der Beleidigung (wer wird beleidigt?) zu erfüllen.“

Polizeisprecher Carsten Neubert erläutert: „Hier hat am Donnerstag eine Einsatzhundertschaft der Polizei Fahrradkontrollen durchgeführt.“

Am späten Freitagnachmittag war das Schild übrigens schon wieder verschwunden.

Es ist nicht der erste Zettel in München, der für Kopfkratzen sorgt - als uns eine schlüpfrige Notiz in der Münchner U-Bahn unterkam, haben wir einfach mal angerufen.

Sie haben auch ungewöhnliche Zettel und Schilder fotografiert? Schicken Sie‘s uns über unser Leserreporter-Tool.

Mit neuen Bildern! Die lustigsten Aushänge aus Bayern, entdeckt von unseren Usern

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