Der Stadtteil an der Isar

Untergiesing

Hans Mielich Platz in München Untergiesing
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Der Hans-Mielich-Platz in München Untergiesing

Aufgrund seiner Geschichte gilt Untergiesing als ehemaliges Arbeiterviertel. Der Stadtteil war einem starken Wandel unterzogen und ist seit 1909 unabhängig von der Landgemeinde Giesing. Alle Infos zur Geschichte und Besonderheiten des Stadtteils.

Untergiesing – Die eigenständige Entwicklung des Stadtteils war zu Beginn seiner Geschichte nicht absehbar. Untergiesing galt zunächst als Siedlung und war erst ab dem Mittelalter ein interessanter Standort für Zuwanderer und Tagelöhner. Das wirtschaftlich bedingte Bevölkerungswachstum sorgte für eine Stärkung der Siedlung und war ausschlaggebend für dessen Unabhängigkeit im Jahr 1909. Unser brandneuer München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alles, was in der Isar-Metropole passiert.

Untergiesing: Geschichte und Lage des Münchener Stadtteils

München wuchs im Mittelalter rasant, was eine hohe Ansiedlung von Arbeitern mit sich zog. Dies hatte direkte Auswirkungen auf die damalige Landgemeinde Giesing: Aufgrund ihrer Nähe zu München wurde sie zu einer Siedlung für Tagelöhner, die kein Wohnrecht in der Stadt hatten.

Dieser geschichtliche Hintergrund sorgte für ein starkes Bevölkerungswachstum Untergiesings und brachte dem Stadtteil den Ruf eines Arbeiterviertels.

Von 1818 bis 1909 bildete Untergiesing zusammen mit Obergiesing die Landgemeinde Giesing, die 790 erstmals in einer Urkunde erwähnt wurde. Die erste Besiedlung Untergiesings fand im 15. Jahrhundert statt, doch mehr als den bewohnten Auwald gab es nicht. Untergiesings Entwicklung als Teil der Landgemeinde Giesing nahm erst im 19. und 20. Jahrhundert ihren Lauf.

Vor seiner Unabhängigkeit galt der Stadtteil Untergiesing als Siedlung und war ein Standort für alte Bauwerke. Die für Untergiesing charakteristischen Arbeiterwohnungen sind noch vereinzelt zu finden.Durch die Entwicklungen und das Bevölkerungswachstum brachte es der Stadtteil nach Schätzungen aus dem Jahr 2019 auf ca. 53.000 Einwohner.

Untergiesing liegt südöstlich in München und grenzt an die Isar. Richtung Nordosten und Osten grenzt der Stadtteil an den Bezirk Obergiesing-Fasangarten. Im Nordwesten Untergiesings liegen die Bezirke Sendling und Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Untergiesing ist einer der südlichsten Stadtteile Münchens.

Untergiesing: Wirtschaft, Kulturelles und Besonderheiten des Stadtteils

Im Bereich Neubau hat sich viel getan und Untergiesing erfreut sich an guten Verkehrsanbindungen sowie wachsender Beliebtheit bei Mietern. Trotz dieser positiven Entwicklungen gehört Untergiesing zu den Münchener Stadtteilen, die insgesamt stärker von der Armut bedroht sind.

Die traditionelle Atmosphäre und Bauten aus der Renaissance-Zeit heben die schöne Seite Untergiesings hervor, während der Charakter der Arbeitervorstadt an den aneinandergereihten Mietshäusern deutlich wird. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehört die Heilig-Kreuz-Kirche. Aufgrund des Bevölkerungszuwachses im 19. Jahrhundert wurde die Dorfkirche für die Gläubigen zu klein. Um Platz für alle zu bieten, wurde die Heilig-Kreuz-Kirche errichtet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Pfarrkirche zu den heiligen Engeln und der Ostfriedhof, der zur Kirche Maria Königin des Friedens gehört.

Die Zeit des Nationalsozialismus prägte Untergiesing, und die Spuren der anschließenden amerikanischen Besatzung sind noch heute sichtbar. Aus Straßennamen wie „Lincolnstraße“ geht die amerikanische Vergangenheit Untergiesings hervor. Die McGraw-Kaserne am Mangfallplatz wurde während des Krieges gebaut und später von den US-Amerikanern genutzt. Heute wird das Hauptgebäude der Kaserne von der Polizei genutzt.

Untergiesing: Politik, Vereine, Gemeinschaft und soziale Aktivitäten

Die Wahlbeteiligung der Bewohner Untergiesings ist gering. 2020 haben nur etwas mehr als 52 Prozent der wahlberechtigten Bürger ihre Stimme abgegeben. Die Grünen sind mit zehn Stimmen die stärkste Partei in Untergiesing, gefolgt von CSU (sechs Stimmen) und SPD (fünf Stimmen).

1997 gründeten Einwohner des Stadtteils die Bürgerinitiative „Mehr Platz zum Leben“. Dieses Aktionsprogramm der Vereinten Nationen (Agenda 21) macht sich für die Umsetzung diverser Projekte stark. Dazu gehören:

  • Umgestaltung des Hans-Mielich-Platzes
  • Initiierung des Wochenmarktes
  • Aufstellung von Christbäumen zur Weihnachtszeit
  • Verschönerung des Hans-Mielich-Platzes durch Mini-Gärten
  • Eröffnung eines Skulpturenparks
  • Vernetzung der Anwohner durch Pflanz-, Mal- und Kunstveranstaltungen
  • Aufbau eines Kinderspielplatzes

Der initiierte Wochenmarkt wird regelmäßig am Mangfallplatz und am Hans-Mielich-Platz veranstaltet.

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